3o
I. Abschnitt.
totius operis nicht der Durchmesser des ganzen Baues, sondern nur der derZelle zu verstehen. Dann ist Pyramis nicht als eine Zierde über der Blume,sondern als der Untersatz, der Fufs, für die Blume zu nehmen. SolcheDinge ergeben sich klar aus den Monumenten.
3. Dafs der Monopteros eine dem Peripteros ähnliche Kuppel hatte,läfst sich nicht bezweifeln. Vitruv hielt es nur für überflüssig dieselbeBeschreibung zweimal zu geben. Servius (ad Aen. 9, 408.) spricht auchvon beiden Arten runder Tempel, und bezeichnet die Kuppel des - Mono-pteros mit den Worten: alii tectum sine parietibus columnis subnixum. —Dieser Schriftsteller eignet der Yesta, Diana, dem Hercules und Mercurrunde Tempel zu. — Von dem Monopteros giebt es keine Ueberreste mehr,aufser auf ein paar Reliefs (s. Winkelmann von Fea III. tav. 17. u. 18.)und auf Münzen, Diese Reliefs zeigen das Eigene, dafs die Zwischenweitenmit Gitterwerk geschlossen sind, und der Unterbau vortretende Piedestale
hat. _ Als ein Monopteros war der Tempel des Mars in Rom bekannt,
welchen Augußtus auf dem Kapitol erbaute (s, meine Geschichte der Bau-kunst II. p- S70,).
Der älteste Tempel von runder Form in Rom scheint der der Vestagewesen zu seyn; aber es ist ungewifs, ob er im Aeufsern umher eine Säu-lenstellung hatte. NachOvidius (fast, 3, 261.) sollte man glauben, dieserRundbau, der ursprünglich (zur Zeit des Numa) blols mit Stroh einge-deckt war, habe später ganz aus Erz bestanden. Auch im Prytaneum zuAthen war der Bau, wo das heilige Feuer unterhalten ward, ein Tholus(Paus. 1,5. cf. Pollux 1,1, S, 4 - und 15, 15. S. 40,). Ein Rundbau, demJupiter und der Venus heilig, war auch in Sparta , anliegend an dem Ver-sammlungssaale Skias (Paus, g, 12.). Ferner sind die Rundbaue zu Epi-daurus (Paus. 2, 27.) und zu Delphi berühmt. Ueber letztem hatte Theo-dorus eine Schrift herausgegeben (Vitr. 7. in Praef,). Ganz in der Formdes runden Peripteros war das Philippeum in Olympia gebaut (Taf. X, 20.a. und b.). In Rom war der Tempel des Catulus gleichfalls ein runderPeripteros (Varro de R. R. 3, $•). Es scheint derselbe Tempel gewesenzu seyn, den Catulus der Fortuna desselben Tages in der Schlachtgegen die Cimbrer gelobte (Plutarch in Mario c. 26.), und den aucliPli-nius (34, 19. S. 1. und 5. cf. Cic. de leg. II., 11.) zweimal erwähnt. Jetzt:sehen wir in Rom noch den runden Peripteros des Hercules, gewöhnlichTempel der Vesta genannt, und einen andern in Tivoli, auch unter dem