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Dritter Band.
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Der Demp eibau. 57

eelten ist die Säulenzahl an den Seiten bald gröfser bald kleiner. Es giebtTempel, wo die Seiten nur eine Säule mehr, als an den Fronten haben,and andere, wo die Seiten bei dem Hexastylos zwölf und dreizehn, beidem Octastylos sechszehn und siebzehn, und bei dem Decastylos zwanzigSäulen haben. Theils rühren aber solche Baue aus einer Zeit her, wo nochnichts Gesetzliches über die besten Verhältnisse festgesetzt war, theils hin-derte die Lokalität, oder andere Umstände die genaue Befolgung der Vor-schriften, Die älteren Architekten waren zu entschuldigen, weil sie ausMangel der Muster erst suchten, was sie noch nicht kannten, und die spä-tem durften auf Nachsicht rechnen, wenn sie durch gebieterische Umständegezwungen zwar von dem Gesetzlichen in der Anlage ab wichen, aber mitBesonnenheit dahin strebten, das Vorschriftliche so wenig wie möglich zuverletzen.

§. 2 t. Gröfstentheils standen die Tempel frei und ohne Verbindungmit einem anderen Bau. Manchmal jedoch machte die Lokalität das An-lehnen nöthig. So setzte M, Agrippa das Pantheon an die Stirne seinerThermen, mit denen es von der Rückseite zusammenhing, und eben somachte es Augustus mit dem Tempel des Mars, dessen Hinterseite an dieUmgebungsmauern seines Forums angelehnt war (Taf. XII. 1. und 4 *)Manchmal zeigten sich schon die Tempel durch ihre höhere Lage isolirt,wie die des Jupiter Atabyris und der Minerva zu Agrigent , das Parthenon auf der Burg zu Athen , oder der Haupttempel des Jupiter auf dem Kapitol.Andere lagen an oder in der Mitte heiliger Haine, wie der des Jupiter zuOlympia, oder der des Neptun auf der Insel Tenos. Auch das Artemisiumzu Ephesus zeigte Baumpflanzungen sowohl im Innern, als im Aeufsern sei-nes grofsen Einschlusses (Peribolus). Bei ländlichen Tempeln war oft derheilige Raum umher (Temenos ) sehr ausgedehnt, mit Wiesen, Ackerfeld,Gebirge und Waldungen, wie der kleine Tempel der Artemis, den Xeno-phon der Göttin zu Scilus erbaute. So lag der kleine Tempel der Venuszu Cnidus auf einer Anhöhe in einem anmuthigen Garten. Tempel mitBaumpflanzungen umher erwähnt Paus anias in vielen Stellen. Ueberhauptwo es anging hatten die Tempel Einschlüsse in grofserm oder kleinerm Um«fang, entweder in blofsen Mauern, wie das Nemesium zu Rhamnus, oderin einer Doppelreihe von Säulen, wie die Tempel des Metellas macedoni»cus, und der Tempel der Venns und der Roma (Taf. XVIII. 8 - 10. 11.).Manche solcher Vorhöfe waren aber auch mit Sälen und Wohnungen um-