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38 I. Abschnitt .
gebe», an welchen nach dem Innern zu Säulengänge hinliefen; dies beson-ders bei den Tempeln der Heilgötter, wo theils die Priester wohnten, theilsdie hingebrachten Kränken aufgenommen wurden. Hievon zeigt sich dieAnlage noch deutlich in dem Tempel des Serapis zu Puzzuoli,
Manchmal lagen die Tempel nicht blofs in grofsen und prachtvollenEinschlüssen* sondern ihre Vorlagen und Zugänge waren zugleich mit denreichsten Propyläen geschmückt, wie die von der Burg in Athen , welchezum Parthenon leiteten, die vor dem Cerestempel zu Eleusis , oder wie dievon den grofsen Heiligthümern zu Palmyra und Heliopolis (Taf. XV. t. u.4,— Von seltener Pracht und Schönheit scheint nicht blofs der von A u-gustus erbaute Tempel des Apollo Palatinus gewesen zu seyn, sondernauch die Säulengänge, welche den Vorhof umher schmückten, zugleich mitden anliegenden Sälen, wo der Kaiser seine reichen Bibliotheken aufstellte.
Auf den Vorplätzen der Tempel hatten die grofsen Brandopfer-Al-täre ihren Ort. — Nur die Bauchaltäre waren im Innern aufgestellt. — Jenewaren zum Theil von beträchtlichem Umfang und Höhe, wie der des Ju-piter fcu Olympia (Paus. 5, 13.), der aus der Asche der verbrannten Schen-kel der Öpferthiere bestand, so wie andere dieser Art zu Pergamos undSamos. Niedrig nur pflegte man die Opferherde für Vesta', und die Erd-göttin zu machen. Ueberhäupt wurden die Altäre immer niedriger gestellt,oder vielmehr nicht so hoch gemacht, als die Untersätze worauf die Tem-pelstatuen standen, denn der Opfernde sollte nach dem Bilde den Blick auf-wärts gerichtet halten, und zwar zugleich nach dem Sonnenaufgang, wennnichts hinderte, der Lage des Tempels eine solche Richtung zu geben (Vi-truv 4, 9.). Am besten versinnlichen solches die Opferungen auf antikenBildwerken.
§, sä. Gewöhnlich erhielten die Tempel einen Fufs von nicht be-deutender Höhe, blofs um die Gebäude über das Erdreichzu erheben. Nureine feuchtere Lage, oder ein abschüssiger Boden konnte eine gröfsere An-zahl Stufen erfordern, denn wenn es gleich einem Gebäude wohl thut, et-was erhöht zu stehen, so müfste es doch nicht scheinen, als wenn der Tem-pel der Treppe wegen erbaut sey. Eine zu hohe Treppenanlage läfst im-mer unbequem. Man ■wählte gern eine ungleiche Stufenzahl, damit beidem Antritt mit dem rechten Fufse man denselben auch zuerst auf denFufsboden der Halle setzte. Die Stufen selbst aber wurden ungewöhnlichhoch und breit gemacht. Nach Vitruv (5, 4.) soll ihre Höhe nicht mehr