Band 
Dritter Band.
JPEG-Download
 

4o

/. Abschnitt.

aber kommt unter dem Archhrav jene Verzierung vor, welche die GriechenEpicranitis genannt zu haben scheinen, weil sie von den Pilasterkapitälenentnommen war, und dies nur bei der Ionischen Bauart (Geschichte derBaukunst II. p. 119.).

Pilaster oder Halbsäulen erhielt die äufsere Zellenwand, aufser denStirnpfeilern, nicht. Hievon ist ausgenommen ein viersäuliger Prostylos inPalmyra aus der Zeit Hadrians, wo an den Seitenwänden Pilaster Vor-kommen (Taf.XV. 8 .), un d dann die Tempelart Pseudoperipteros, wo dieWände, zur Erweiterung der Zelle, zwischen den Säulen errichtet sind, sodafs die Säulen nur als Halbsäulen erscheinen.

§. 24. Die Hauptthüre der Zelle war bei den Tempeln immer vonbeträchtlicher Gröfse. Nach der Vorschrift Vitru vs (4,6.) soll das obereKranzgesimse derselben mit dem obersten Saum der Säulenkapitäle wage-recht laufen. Dies findet sich auch in den Monumenten , doch manchmalmit dem Unterschiede, dafs der obere Kranz der Thüre nur mit dem obern

Saum der Säule (und nicht mit dem des Kapitals) die Waage hält._- Doch

sowohl was das Gröfsenverhältnifs der Thüren zu den Tempeln, als die ver-schiedenen Gattungen der Thüren, ihre Verhältnisse und Zierden, dann denBau, das verschiedene Material, und den Schmuck der Thürilügel betrifft,müssen wir den Leser auf den 16. Abschnitt unserer Baukunst verweisen,wo alles hieher Gehörige ausführlich abgehandelt ist, und deswegen nicht

wiederholt werden kann.

Natürlich war das Vorschriftliche in solchen Beziehungen bei demTempelbau immer mit gröfserer Strenge, als bei andern Gebäuden, beobach-tet, und das kostbare Material und die reichere Zierde vorzugsweise be-rücksichtigt. Oefter machte man die Thürilügel von Erz, wie wir die ;unPantheon noch sehen, zwar jetzt ihrer bildlichen Verzierungen beraubt.Nach Propertius (2, Eleg. 25.) bestanden die Thürilügel am Apollotern-pel auf dem Palatm aus Elfenbein, wovon der eine in Bildwerken den Sturzder Gallier von dem Parnafs, und der andere die Vertilgung der Familieder Niobe vorstellte. Von Elfenbein und Gold war auch die Thüre am Mi-nervatempel zu Syracus, wovon Verres das Gold, und die Bildwerke ausElfenbein ablösen liefs (Cic. in Verr. 4, 55. cf. f^irg. georg. III. 2 6.).

Nach Vitrav (4, 4.) soll man auch die Zwischenweiten am Vor-hause mit Geländern schliefsen , entweder aus Marmor, oder aus Holz(wohl auch aus Erz), welche aber zum Ein- und Ausgang als Thüren zu

off-