Der Tempel bau . 47
15, 8 e *)* Zu Titane trug der Tempel des Aesculapius auf der mittlernSpitze des Giebels das Bild des Hercules, und auf den Seitenecken Bilderder Victoria (Paus. 2, 11.)•
In Rom waren ähnliche Auszierungen der Giebelansicht schon im Ge-brauch zu einer Zeit, wo man die Bildwerke nur noch aus gebranntemThon verfertigte. Aus dieser Materie bestand die Quadriga Jupiters, dieauf der Spitze des kapitolinischen Tempels aufgestellt war (Plin. 35, 45.).Anders war es im Zeitalter des Augustus, welcher auf den Giebel des Tem-pels des Palatinischen Apollo die Quadriga des Sonnengottes aus Gold set-zen liefs (Propert. II. 23.); die Seitenakroterien aber scheinen mit Bild-säulen von Bupalus geziert gewesen zu seyn (Plin. 36, 4. S. 2.). Auchdas Pantheon des Agrippa prangte mit berühmten Bildwerken auf dem'Giebel (Plin. 1 . c. §. 11.) — Vieles ging freilich von der Schönheit derWerke in solchen Höhen verloren,, aber im Ganzen konnten sie nicht anders*als eine sehr feierliche Idee erregen; und* so' treten wir gerne der schö-nen Aussage des Cicero bei,, dafs selbst ein’ im Himmel* erbauter- Tempel;ohne Giebel kein würdiges Ansehen haben? würde.-
Gewöhnlich war das Dachgerüste von Holz, mit der einzigen"uns be--kannten Ausnahme der Dachrüstung an der Vorhalle des Pantheon , wo dasganze Balkenwerk aus Erz bestand,, welches-erst der Päbst Urban VIII. wegnehmen und durch ein hölzernes ersetzen liefs (S. meine «Sehr ifb* überdiesen Bau, italienisch und deutsch ).. Dies* geschah’ wahrscheinlich 1 nicht?blofs, um diesem mächtigen Bau durch Entfernung alles HölzWerkes' ein& !desto längere Dauer zu geben, sondern* auch unr desto-’sicherer die schwere*Eindeckung mit Ziegeln aus vergoldetem Erze zu'stützend- Mit Ziegeln 5von vergoldetem Erz liefs aber schon früher Catulus den* neUerbauten'Tempel der kapitolinischen Götter eindecken 5 (Plin.gg,, 18-). Hiebei - dür-fen wir die viel gröfsere Pracht des neuerbauten' jüdischen« Tempels"- zu Je--rusalem nicht vergessen, den Her ödes der Grofse,- der Zeitgenosse* und 5Freund des M. Agrippa , nach Josephus (de bello jüd! 5,.5. §; 6.) mitGoldplatten eindecken liefs, so wie schon der frühere des* Königs* Salömoniüberdeckt war.
Die ursprüngliche Eindeckung der Temper mit'Dieien;, dann? mit Zie--geln übergehen wir. Nur bei letztem wollen wir bemerken*,- dhfs bereitsder Töpfer Dibutades die Stirn der Hohlziegel ,, welche* an 5 dem? Untern*Rande der Dachung hinliefen, zuerst in flachem; dann in* KöKerffiP Relief zuj