Band 
Dritter Band.
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48 1* Abschnitt.

verzieren erfand (Plin. 35, 43 *)' Diese Verzierungen wurden dann nach-gebildet, als man anfing die Ziegel aus Marmor zu schneiden, wovon By-zas von Naxos schon im Zeitalter des Alyattes der Erfinder war. Mar-xnorziegel wurden häufig gebraucht, bei dem Tempel der Juno auf demLacinischen Vorgebirge, am Tempel Jupiters zu Olympia, am Parthenon ,und an vielen andern Bauen in Attica, wovon noch die Ruinen zeugen,und ähnliche Ueberreste kommen noch in den spätem Römischen Denk-mälern vor, wie im Tempel des Serapis zu Fuzzuoli.

In Rücksicht des Baues und der Verzierung der Kuppeln bei run-den Tempeln, r so wie über die Lehre der Dächer überhaupt, müssen wirauf den 19. Abschnitt unserer Baukunst, und auf die dabei gegebenen Tafelnverweisen,

29. Die Tempel waren vorzugsweise die Gebäude, wo zuerst dieSchönheit und die Pracht der Kunst sich entwickelte. Von dem Dürftigender Althellenischen, oder Toscanischen Bauart kam es zu der männlichemder Dorer , dann zu der gefälligem Ionischen, und von dieser zu der pracht-vollem Corinthischen. Alle Verhältnisse und Zierden, welche die drei letz-tem Bauarten begleiteten, schlossen gleichsam den architektonischen Kreis;und spätem Versuchen zu Neuerungen und Abänderungen gelang es nicht,sich zu behaupten. Dem Geiste, der aus diesen drei Bauarten sprach, hul-digend, waren daher spätere Architekten der Meinung, dafs nach dem Cha-rakter der Gottheiten auch jene Bauart bei dem Tempelbau zu wählen sey,welche demselben am besten entspräche (S. oben §. Q.). Indessen, so sinn-reich und schön auch eine solche Anforderung ist; so sehen wir sie dochweniger beachtet, sondern nach Zeit und Ort ist bald die eine, bald dieandere Bauart ohne Rücksicht auf den Charakter der Gottheiten vor-herrschend. Früher und noch im Pericleischen Zeitalter zeigt der Tem-pelbau fast allgemein den Dorischen Charakter, und noch länger scheintsich dieser Sinn bei den Völkern Dorischen Stammes, besonders in Sicilienund Grofsgriechenland erhalten zu haben. In Asien war in dem ZeitalterAlexanders, und schon früher der gefälligere Ionische Charakter vorherr-schend, und die Haupttempel jener Gegenden sind in dieser Bauart aufge-führt. Das Prachtvolle des Corinthischen fand erst unter den NachfolgernAlexanders mehr Eingang. Der Haupttempel des olympischen Jupiter zuAthen war von Antiochus Epiphanes in dieser Art geführt. Aberüberwiegend wild der Corinthische Raucharakter erst in Rom , besonders

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