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Beilage C.
brauch zu solchem Zwecke schon viel früher im Gange war, und wenig-stens bis zur Zeit der ersten Kaiser hinauf reiche, davon geben uns dieklaresten Zeugnisse die Menge der Fragmente der schönsten Glasscheiben,welche man in den ausgegrabenen Städten [am Vesuv, besonders in Pom-peji , und dann in der alten Stadt Velleja fand. Von jenem sind die Ueber-reste im Museo zu Neapel, von dieser in dem herzoglichen Museo zu Par-ma niedergelegt. — Von der grofsen Menge antiker Gefäfse, grofser undkleiner, in dem schönsten weifsen Glase, welche sich fast in allen Samm-lungen befinden, so wie auch von Gefäfsen und Tafeln farbiger und un-durchsichtiger Glasmassen mit Relieffiguren, und von der Menge antikerGemmen in jeder farbigen Glasart, darf hier die Rede nicht seyn. Diesekönnen blofs als Beweise dienen von der grofsen Kunsterfahrenheit der Altenin den verschiedenartigsten Glasarbeiten, wovon die Autoren sprechen.
Wenn aber der Gebrauch des Glases für Fenster bereits Ämter denersten Kaisern, selbst in kleinern Städten, gemein war; wie käme es, dafskeiner der Alten von der Einführung eines für das Leben so wohlthätigen,ja man kann sagen, unentbehrlichen Gebrauches gesprochen hätte; da siedoch anderseits ziemlich genau die Zeit bestimmen, zu welcher man denLapis specularis entdeckte, und denselben zu Fenstern gebrauchte?— DenLapis specularis, sage ich: der doch bei den ergiebigsten Gruben den Be-darf doch nur in geringem Maafs befriedigen konnte, und natürlich immerungleich theuer und kostbarer, als Glas seyn mufste. Bedenke man ferner:dafs die Stücke von sehr ungleicher Gröfse, und ein grofser Theil selbstunrein, schwärzlich und mäkelig war, und also nur eine sehr unvollkom-mene Erleuchtung geben konnte.
Auch sind der Stellen, die bestimmt vom Gebrauche des Lapis spe-cnlaris zu Fenstern sprechen nur wenige. Ich kenne aufser der Nachrichtvon Lactantius, und aufser der Angabe des Plinius (36, 46.), dafsman auch in Arabien einen Stein fand, den man für Fenster — pro specu-Iaribus — gebrauchte, nur drei, wobei immer zugleich die Ansicht vor-tritt, dafs man seinen Gebrauch immer als Seltenheit und als Sache desLuxus betrachtete. Die erste und älteste Nachricht ist die des Philo, denSaal des Caligula betreffend, wo die Fenster mit Lapis specularis bezo-gen den Juden aus Alexandria , welche sonst nur das Glas — ohne Zweifelzu ähnlichem Gebrauche — kannten, besonders und als was ganz Neuesauffielen, kurz als ein Luxus, der wohl nicht leicht anderswo, als in einem