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Dritter Band.
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Der Theaterbau.

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Das Dach der 'Säulenhalle (Fig. 1. und 2.) f, welches über denobersten Sitzstufen sich befindet, laufe mit der Höhe der Bühne wagerecht,tmd dies deswegen, damit die sich erhebende Stimme zu den obersten Stu-fen , und zu der Ueberdeckung der Bühne zugleich gelange. Denn wenndie Höhe nicht gleich ist; so wird die Stimme an der Höhe, die sie zuersterreicht, gebrochen. (Fig. II. / und Z.)

§. 5 »Von dem Durchmesser der Orchestra zwischen den niedrig-sten Sitzstufen nehme man ein Sechstel und an den Enden und umher anden Eingängen c werden die untern Sitze nach dem Loth desselben Maa-fses abgeschnitten, und da wo der Abschnitt fällt, wird der Sturz über dieEingänge gelegt. Auf solche Weise werden diese hinreichende Höhe er-halten. (Fig, II. b .)

Die Länge der Bühne mufs nach dem Durchmesser der Orchestradoppelt seyn 00. Die Höhe des Sockels mit Kranz - und Fufsgesimse vonder Ebene oder dem Fufsboden der Vorbühne an betrage ein Zwölftel vondem Durchmesser der Orchestra. Ueber diesen Sockel kommen die Säulenzu stehen, mit Kapital und Base hoch ein Viertel desselben Durchmessers.Das Gebälke mit den Zierden betrage ein Fünftel der Säulenhöhe. DerSockel darüber mit Fufs- und Kranzgesimse sey halb so hoch, wie der un-tere, Die auf diesen Sockel gestellten Säulen seyen um ein Viertel weni-ger hoch, als die untern; das Gebälk mit den Zierden betrage ein Fünftelderselben Säulen. Ferner wenn noch ein drittes Stockwerk aufgesetzt wird;so betrage der oberste Sockel die Hälfte von der Höhe des mittelsten Sok-kels; die obersten Säulen seyen nur ein Viertel weniger hoch, als die mitt-Iern, und das Gebälk mit dem Kranze habe gleichfalls ein Fünftel von derHöhe derselben Säulen. Vergl. Fig. 1. mit Fig. 2, l und die Ansicht Fig. 3,

Jedoch können nicht in jedem Theater sich alle diese Verhältnisseso genau entsprechen; sondern der Baumeister mufs beurtheilen, wie dieseoder jene Verhältnisse passen, und in wiefern auf die Beschaffenheit desOrtes, und auf die Gröfse des Baues Rücksicht zu nehmen sey. Denn esgiebt Dinge, die im kleinen, wie im grofsen Theater ihres Dienstes wegenvon derselben Gröfse gemacht werden müssen. Dahin gehören die Sitzstu-fen, die Gürtungen, die Brustwehren, die Zugänge, die Treppen, die Sprech-plätze, die Ehrensitze, und was anderes vorkommt, wo die Nothwendigkeiterfordert, sich Abweichungen von den Verhältnissen zu erlauben, damit derDienst nicht darunter leidet, Nicht minder, wenn es am hinlänglichen