Der Theaterbau .
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Wir haben von beiden Arten Anlagen noch Ueberreste vor uns, de-ren Ansicht nns von dem Verfahren der Alten hiebei hinlänglich unter-richtet. Die Griechischen Monumente dieser Art zeigen sich hauptsächlichan Anhöhen. In Rom hatten die drei grofsen steinernen Theater ihre An-lage auf der Ebene. Auf gleiche Weise haben wir in unsern Zeichnungendas Griechische Theater an einer Anhöhe angenommen, das Römische aberauf. der Ebene, also auf grofsen Unterbauen, Pfeilern und Wölbungen.
War die Anlage an einer felsigen Anhöhe zu machen; so hatte mansie erstlich nach der halbzirligen Form, die sich nach oben stufenweise er-weitert, abzugleichen,: und dann in das harte Gestein des Felsens selbst dieSitzstufen, die Treppen dazwischen, und ,die Giirtungen für die Abtheilungder Stockwerke, zugleich mit den Zugängen, einzuhauen, bis zu dem ober-sten Umgang, wo die Säulenhalle, manchmal noch mit einem bedecktenGange hinteT derselben aufgesetzt wurde. Unten erhielt die Orchestra jeneEbnung, wie.es für die Stellung der Sitze nöthig war, damit die hinternZuschauer gemächlich über die vordem wegsehen konnten.
Bestand aber die Anhöhe mehr aus Erde, als aus Gestein; so mufs-ten natürlich auf den gehörig consolidirten Grund die besonders gearbeite-ten Sitzstufen, Treppen und anderes künstlich aufgetragen werden. Bei sol-chen hügeligen Anlagen fanden Unterwölbungen selten statt, und die Trep-pen und Zugänge nach den verschiedenen Höhen der Sitzplätze, wurdengewöhnlich an den beiden Seiten des Bühnenbaues angebracht (Fig. 4. ?«.).
§. 13. Ward aber der Schauplatz, anstatt ihn an einer Anhöhe zugründen, in der Ebene angelegt; so bedurfte es eines sehr umfassenden undkostbaren Baues, um die von der Orchestra bis zur Höhe der Säulenhalleansteigenden Sitze auf eine feste Weise zu unterbauen. Die Pfeiler undMauern, mit Bogen und Wölbungen verbunden, liefen von dem äufsernHalbzirkel concentrisch nach dem ihnern Halbzirkel um die Orchestra her,so dafs die Stärke der Pfeiler und der Mauern nach Innen zu immer mehrabnahm, nach Mafsgabe die Sitzstufen weniger hoch zu liegen kamen, undalso nur eine geringere Unterbauung erforderten. Aber nach Mafsgabe dieSitzstufen anstiegen, mufsten Pfeiler und Mauern auch höher und stärkerwerden, und natürlich am höchsten und stärksten die an dem äufserstenUmfange. (VergL Fig. 1. den Grundplan O mit dem Durchschnitt Fig. 2.)
Dieser Umfang war gewöhnlich in Bogen aufgeführt, und zwar inzwei.und drei Stockwerken übereinander (das Flavische Amphitheater in
Hirn, Gsbiincle. lg