Der Theaterbau .
in
man die Inschrift: Theatrum tectum lieset, und das ohne Zweifel auch alsOdeon diente. Dann wollen wir noch unter den Ruinen der Villa Hadrianabei Tivoli an das noch vorhandene kleine’, ehemals eingedeckte Theatererinnern.
Hieraus ersieht man, dafs sieh der Bau der Odeen sich nicht blofsauf Athen und Griechenland beschränkte, wenn gleich Vitruv nichts Nä*heres von der Anlage solcher Baue beibringt.
§. 21. In Rücksicht der Anlage des Odeon zeigt schon seine Be-stimmung, und der Namen Theater, unter dem solche Baue öfters Vorkom-men, dafs es alle Aehnlichkeit mit einem Theater haben mufste, nämlichso, wie das Kleine mit dem Grofsen. Nach Plutarchus (in Pericl. c.13.) und Pausanias (1, 20.) war das Pericleische nach der Form desZeltes von Xerxes erbaut. Vitruv (5,9.) erwähnt zwar seine Formnicht, sondern blofs, dafs es, auf Säulen ruhend, mit Masten und Segel-stangen aus der Persischen Beute eingedeckt war. ln Rücksicht der innernAnlage fügt Plutarchus ( 1 . c.) bei, dafs es viele Sitze und Säulen hatte,und dafs die Deckenbalken nicht horizontal, Sondern ganz umher schrägaufwärts in einen Knauf zusammenliefen. Hiernach ist auch die Einda-chung in unsern Zeichnungen entworfen (vergl. Taf. XIX. Fig. g. 10. 11,).Das Odeon der Regilla in Athen war nach Philostratus (in Herod. p,54.9.) mit Cedern eingedeckt. Wozu wir bemerken, dafs der grofse Thea-terruin unter den Propyläen der Burg in Athen , wovon Stuart die Rissegiebt, nicht Ueberreste von dem Odeon der Regilla seyn können, wiemanche seit einiger Zeit zu glauben scheinen. Der Umfang ist hiefür vielzu grofs, um dabei eine Dachung in Holzwerk annehmen zu können.Das Odeon des Pericl es, welches in dem Aufstande der Athener gegenSylla abgebrannt wurde, ward dann von Ariobarzanes, Könige vonCappadocien wieder hergestellt (S. Gesch. der Bauk. II. p. 19. und 151.).
Hieraus ersieht man, dafs das Odeon ein Bau war, welcher sich we-sentlich von den gröfsern Theatern dadurch unterschied, dafs es; gleichden Theatern der neuern Zeit überdeckt war. Dies geschah wahrscheinlichdeswegen, weil man glaubte, dafs sich die Musik in geschlossenen über-deckten Räumen besser ausnehme, als in unbedeckten.
Durch die vielen Sitze im Innern spielt Plutarchus ohneZweifel auf dieselbe Anlage an, wie wir sie für die gröfsern Theater ange-geben haben, nämlich mit allmählig ansteigenden Sitzreihen, und durch die