Band 
Dritter Band.
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IL Abschnitt*

vielen Säulen im Innern hauptsächlich auf die Säulenhalle, welche, wiewir vom Theaterbau angegeben haben, oben über den Sitzreihen, im Halb-zirkel umberlief. Zwar hatten nicht alle bedeckten Theater diese Halle.Denn in Pompeji fehlt sie, überhaupt zeigt sich dieser Bau nur als sehrgering. Auch waren die Sitzstufen darin nicht von Marmor, wie in demgröfsern darneben liegenden Theater, sondern nur von Stein. Wohl aberlassen sich in dem Ruin des Odeon der Villa Hadriana noch die Spurendes ehemaligen Säulenganges wahrnehmen.

Was die Einrichtung der Bühne in den Odeen betrifft; 'so darf manmit Sicherheit annehmen, dafs dieselbe im Verhältnifs nur eine geringeTiefe hatte, und ohne Orchestra war, sondern mehr mit der Bühne desRömischen Theaters, auch in Beziehung der Vorbühne, übereinstimmte.Denn hier traten keine tragischen und comischen Schauspieler, keine Sce-niker, sondern nur die Musikchöre auf. Die Poesie vereinigte sich zwarhier auch mit der Musik, aber ohne Handlung, wo dagegen im Theaterdie Handlung, oder die Darstellung einer Fabel Hauptsache, und die Chörenur Begleitung waren. Die Spiele im Odeon hatten mehr Aehnlichkeit mitunsern Concerten.

Ferner: da im Odeon keine Handlungen gegeben wurden, sondernnur Musikstücke; so bedurfte die Bühne auch keiner wechselnden Decora-tionen, sondern nur einer festen Zierde. Dafs zu diesen Zierden auch Säu-len gehörten, welche an der Wand der Bühne, so wie bei den Theaternanstanden, ist sehr wahrscheinlich; und zu den vielen Säulen im Innern,wovon Plutarchus spricht, mögen auch solche gehört haben, welche dieHinterwand der Bühne zierten (vergl. den Durchschnitt Fig. 11.). Dazupafst eine Stelle im Theophrastus (Charact. c. 3.), wo der Schwätzerdie müfsige Frage macht: wie viel Säulen wohl das Odeon haben möge?Ein Beweis, wie es scheint, dafs derselben eine bedeutende Zahl, und zwaran verschiedenen Stellen, angebracht seyn mochte.

Hiebei können wir nicht unbemerkt lassen: dafs es alle Wahrschein-lichkeit hat, dafs die feste Zierde der Bühne mit Säulen vom Odeon desPericles auf die Theater übergangen sey, so wie auch die Säulenhalle zuoberst über den Sitzreihen. Denn nach der oben angeführten Bemerkungdes Hesychius hielten die Rhapsoden und Citharoeden schon ihre Wett-kämpfe im Odeon, ehe es ein stehendes Theater in Athen gab; und vonAthen aus verbreitete sich hauptsächlich der Geschmack an Theaterspielen.

So