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111. Abschnitt.
Unter dem altern Ta r quin ins ward »bereits der Circus, der in derFolge den Beinamen des Grofsen erhielt, zur zeit der Spiele mit hölzernenGerüsten umbaut, und' die Sitzplätze darauf nach den 30 Curien vertheilt(Dionys, 3. p. <200.).
Nähere Nachrichten über die Gattungen der Wettkämpfe, wie sievon Alters her in Rom üblich waren, ertheilt derselbe Dionysius (n4750 - Es sind im Wesentlichen die nämlichem, wie sie- bei den alternGriechen Vorkommen, was dem Geschichtschreiber als kein geringer Be-weis gilt, dafs die Römer mit den Griechen eines und desselben Ursprun-ges sind. : o
In dem Wagenlauf kam nicht blofa das Vier- urd das Zweigespannvor, sondern auch das'Dreigespann,'wo neben den beiden Jochpferden nochein drittes an einem Stricke lief. Ferner kam vor, dafs die Wagenführerje einen zweiten Mann bei sich hatten, welche dann von dem Wagen ab-springend, den Wettlauf unter sich zu Fufs vollendeten. Beide letztemArten, früher auch bei den Griechen im Gebrauch, waren zu Olympia ab-geschaEt, und nur die letztere Art dauerte bei einigen Griechischen Völ"kern noch fort. Nach Festus (v. Muli ) war bei den grofsen SpielendRom auch der Wagenlauf mit Maulthieren, wie in Olympia, üblich.
Das Reiten wurde auf mehr, als eine Weise geübt. Aufser demWettlauf auf einzelnen Pferden, fand auch das Reiten mit einem Iland-pferde statt, wo die Reiter im gestreckten Laufe von einem Pferde auf dasandere sich schwangen. Dies Springen während des Laufes von einem Pferdeauf das andere kannte schon Homer (11. 15,679.). Aber es scheint nicht,dafs später diese Reiter bei den Griechen im Gebrauch blieben; auch beiden Römern mögen die Desultoren, so hiefsen diese Reiter, — m * c h t j avor Julius Caesar (Suet. in Caes. c. 39 .) Eingang gefunden haben. Sehrschön abgebildet kommen die Läufe der Desultoren auf alten Reliefs vor.
Ein noch unter den Kaisern sehr beliebtes Spiel zu Pferd, war dasTroische (Ludus Trojae), wo die edelsten Jünglinge, ältere und jüngere, i nRotten abgetheilt, mancherlei kriegerische Uebungen und Schwenkungen imCircus machten. Man nannte es das Troische Spiel, indem man dasselbevon den flüchtigen Trojanern unter Aeneas ableitete (Virgil Aen 5 54-)Zu diesen ritterlichen kamen die andern Wettkämpfe^ worunter Dio’nysius ( 1 . c.) den Lauf zu Fufs, das Ringen und den Faustkampf nennt"nicht aber die Pancratiasten.