Band 
Dritter Band.
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Das Stadium, der [Hippodromus und der Circus. 12S

aber blofs in einem Erd auf warf, worauf riian dann die Sitzstufen entwederin Stein legte, oder für die Zeit der Spiele blofs Gerüste von Holz für dieZuschauer errichtete. Selbst das Stadium zu Olympia scheint ganz in sol-chen Erderhöhungen umher bestanden zu haben, und wahrscheinlich blofsmit Gerüsten von Holz darauf zur Zeit der Spiele« Nur die Priesterin derCeres hatte allda, gerade über den Sitzen der Hellanodiken, einen Ehren-sitz aus Marmor, wo sie mit ihren Jungfrauen den Spielen zusah (Paus.6, 20.). Noch werden andere Stadien erwähnt, welche gleich dem olym-pischen blofs aus Erdaufwürfen bestanden, wie, das zu Epidaurus , Tegeaund Thebae (Paus. 2,27. 8,47. 9, 23.). Dagegen scheint das Stadium zuDelphi schon von Alters her in Stein erbaut gewesen zu seyn. Aber He-rodes Atticus, hiemit nicht zufrieden, zierte es später ganz mit Penteli-schem Marmor. Auch das Panathenäische Stadium zu Athen erbaute eraus demselben Stein, und aus weifsem Marmor prangte auf gleiche Weisedas Stadium auf dem Isthmus zu Corinth (Paus. 10, 32. 1,19. 2, 1. cf. Phi-lostrat, in Herod. p. 549 *)* Von ^ em Stadium zu Athen sieht man jenseitsdes Ilissus noch die Lage, aber ganz seiner Marmorsitze beraubt. Nachseiner Länge gehörte es zu den olympischen Stadien. Die Breite der Bahnbetrug ungefähr 124 Fufs.

Nach Vitruv (5, 11.) pflegten die Griechen auch gern den Bau derStadien mit den Palästren zu verbinden, und zwar mit der Abtheilung, dieXystus hiefs, und der Hauptübungsort für die Athleten während des Win-ters war (vergl. Taf. XXII. Fig. 1.). In Thebae war mit der Palaestra unddem Stadium auch zugleich der Hippodromus verbunden.

§. 9. Wir haben bis jetzt, wie wir glauben, die Anlage des Sta-diums hinreichend gezeigt, und zwar nicht blofs in seiner ursprünglichen,sondern auch in seiner verbesserten Gestalt. Es genügt aber nicht, die Sit-ten der Griechen blofs in solcher Hinsichtkennen zu lernen; wir habenden Blick auch auf das mittlere Italien zu richten. In Rom sind die gym-nischen Spiele so alt als die Stadt selbst. Die Feier, welche Romulus zuEhren des Consus einrichtete, um Bräute für die Bewohner seiner neu ge-gründeten Stadt zu gewinnen, hatte alle Aehnlichkeit mit jenen frühemder Griechen, wo die gymnischen Spiele das Hauptaugenmerk waren; undConsus war dieselbe Gottheit, welche die Griechen unter dem Namen desNeptunus equestris verehrten (Dionys, 2, p. 99.).