Band 
Dritter Band.
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UL Abschnitt

5 er Juno den Wettlauf übten (s, oben §. 4 -)> üefs dieser Kaiser auch inRom die Mädchen im Wettlauf auftreten (Suet. in Domit. c. 4 * tmd 5 -cf. Dio Cass. 67. p. 762* et Mart. Epig, 3,.). Aber Wettläuferinnengab es ja schon früher in Rom , nämlich bei den Frühjahrsspielen der Flora;doch traten hiebei zwar Mädchen, aber wie es scheint, keine Jungfrauenauf. Indessen mochten auch diese Spiele eine Nachahmung der olympischenseyn. Der Griechische Namen der Flora ist Chloris; und Chloris wird alsdie erste Siegerin in den Spielen zu Olympia genannt. Doch sey dies nurim Vorbeigehen angedeutet.

In der Folgezeit, wo Griechische Sitten und Bauanlagen in Rom im-mer mehr überhand nahmen, scheint die Form des Stadiums allmählig ste-hend geworden zu seyn. In der Piazza Navona allda hat sich eine solcheForm noch erhalten. Diese Anlage war mit den Thermen des Nero ver-bunden, aber wie es scheint, ein späterer Zusatz von Alexander Seve­ rus , als dieser Kaiser den Neronischen Bau wieder herstellte und erwei-terte (Gesch. der Bauk. II. p. 420.).

Eine Art von Stadium findet sich auch noch unter den Ruinen derKaiserlichen Wohngebäude auf dem Palatin, ohne Zweifel für die Privat-übungen der Kaiser selbst, wovon mehrere als grofse Freunde der gymni-schen Spiele bekannt sind. Ein Fuiin in der Stadienform zeigt sich auchnoch bei dem Grabmale der heiligen Constantia vor der Porta Pia , wahr-scheinlich bestimmt, um die Reichenspiele zu Ehren der Verstorbenen alldazu halten (vergl. Gesch. der Bauk. II. 449.).

II. Der Hippodromus und der Circus.n. Nach der Erörterung der baulichen Einrichtung der Stadienkommen wir auf die gröfsereRennbahn, welche bei den Griechen die Pfer-debahn- Hippodromus hiefs, weil allda blofs die Wettkämpfe im Wa-genlauf und im Reiten gehalten wurden, in Rom aber deswegen Circushiefs wegen der Umkreisungen, welche die Wettkämpfer darin um die Zielezu machen hatten.

Natürlich schiene es, zuerst von der Griechischen Pferdebahn zuhandeln, da deren Einrichtung unbezweifelt von den Griechen selbst aus-ging, und die Römer hievon die zweckmäfsigere Anlage des Circus ent-lehnten. Allein'theils sind keine Ueberreste von irgend einem GriechischenHippodromus mehr vorhanden, die uns über eine solche Einrichtung be-leb-