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Dritter Band.
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Das Stadium , der Hippodromus und der Circus 129

lehren könnten, theils beschränken sich alle wesentlichen Nachrichten ein-zig auf die Pferdebahn zu Olympia. Allein auch diese Beschreibung, wel-che uns Pausanias (5, 15. und 6, 20.) hievon gie.bt, ist mangelhaft undgerade in dem Haupttheile sehr schwer zu verstehen.

Mehr Kenntnifs steht uns von der Anlage der Kölnischen Rennbahnzu Gebot. Theils sind die Nachrichten ergiebiger, theils giebt es Ueber-reste, welche die wesentlichsten Theile noch kenntlich genug darstellen.Letzteres ist besonders mit dem sogenannten Circus des Caracalla derFall (s. hierüber das Werk von Bianconi, herausgegeben von C. Fea),den wir aber zu Ehren des Alexander Severus erbaut glauben (s. un-sere Gesell, der Bauk. p. 421,)*).

Aus solcher Erwdigung schicken wir die Einrichtung des Circus, wiedieselbe in der schönsten Zeit bei den Römern vorkam, voraus, um danndesto füglicher auf die Pferdebahn der Griechen zurückzukommen.

§. 12. Von den ritterlichen Spielen, die der Gegenstand sowohl derGriechischen, als der Römischen Pferdebahn waren, haben wir im Vorher-gehenden hinreichend gesprochen; ich sage hinreichend, indem wir hievonnur so viel beizubringen haben, als nölhig ist, die bauliche Anlage für dieAufführung solcher Spiele deutlich darzustellen. Bevor bleibt uns nochübrig, Einiges über den grofsen Festzug zu sagen, der den feierlichen Spie-len zu Ehren der Götter in Rom voranzugehen pflegte.

Die Anführer dabei waren die Vornehmsten der Stadt, die Consulnselbst, oder ibre Stellvertreter. Der Zug erhob sich vom Kapitol, und be-wegte sich über das Forum nach dem grofsen Circus. Voran zog die Ju-gend, die Vornehmere zu Pferd, und die andere zu Fufs, nach Rotten krie-gerisch abgetheilt. Diesen folgten die Wagenführer, die Reiter, die Athle-ten in den schweren sowohl, als in den leichtern Kämpfen, und dann dieChöre der Tänzer im ernstem und im satyrischen Tanze. Hierauf kamendie Banden der Citharisten und Flötner, und solche, welche goldene undsilberne Opfer- und Räuchergefäfse trugen. Dann folgten die Priester schäf-ten mit den Bildern und Ehrenzeichen aller in der Stadt verehrten Gott -

*) Nach neuern Ausgrabungen soll man eine Inschrift entdeckt haben, die den Erbau dieses Circusdem Maxentius zu Ehren seines Sohnes Romulus zuschreibt. Aber einer Nachricht zufolge,welche das Morgenblatt miltheilt, ist eine solche Inschrift sehr verstümmelt; und wenn gleichMaxentius zu Ehren seines Sohnes die Leichenspiele darin gegeben iiaben mag.- so bleibt e*jedoch noch sehr problematisch, dafs er auch der Erbauer des Circus gewesen sey.

Hirt, Gobaude. 17