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Dritter Band.
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III. Abschnitt.

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.aber von dieser befremdenden Einrichtung des Ablaufes handeln, wollenwir sehen, welche Anordnung das innere Feld der Laufbahn hatte.

Pausanias spricht von einem Ziele, worauf nicht, wie bei den Rö-mischen Zielen, drei Kegel, sondern die Bildsäule der Hippodamia errichtetstand, die Binde aufgestreckt haltend, bereit den siegenden Pelops damit zukrönen. Wir nehmen dies für das erste oder untere Ziel F,

Ferner spricht er von einem Altarbau in abgerundeter Form, stehendnahe dem Durchgang d in dem Walle C. Diesen Altarbau nannten sieTaraxippus die Pferdescheu. Ohne Zweifel wird dadurch daszweite oder obere Ziel G angedeutet* Pausanias bringt viele Sagen bei.woher bei diesem Ziele die Pferdescheu herrühren möchte. Er aber bleibtselbst der Meinung, dafs Taraxippus nichts anderes, als ein Beiname desNeptunus Equestris sey. Dies stimmt wieder mit dem Mythus, nach wel-chem die Ziele auchm Römischen Circus demselben Gotte als kleine Ca-pellen, heilig waren.

Dafs aber der rundliche, einem Altar ähnliche, Bau, Taraxippus ge-nannt, ein Ziel sey, geht auch aus einer andern Stelle bei Pausanias (6,20.) hervor, wo gesagt wird: dafs zwar in dem Hippodromus zu Nemea von keinem solchen, die Pferde scheu machenden, Dämon die Rede sey;dafs aber an der Stelle der Laufbahn, wo die Wagen die Wendung zu ma-chen hätten, ein Stein von röthlicher Farbe errichtet stehe, dessen Glanzdie Pferde nicht anders erzittern mache, als wenn ihnen mit Feuer zuge-setzt würde. Man sieht also: es war immer das Ziel, wo die Wagen dieerste Wendung zu machen hatten, welches den Pferden jenes zitternde Ge-fühl mittheilte, um hier den ersten gefahrvollen Moment des Kampfesglücklich zu bestehen, der so viel für den ganzen Erfolg entschied. EinenUebersatz oder Zierde von oben scheint dies zweite, Ziel nicht gehabt zuhaben, so wie das erste, wo allerdings die Aufstellung der Hippodamia inRücksicht des Lokalmythus für Olympia sehr passend war.

Von der Spina II, welche die beiden Ziele verband, wird in derGriechischen Rennbahn nicht gesprochen, und weder ist ihr Daseyn, nochirgend, eine der Zierden, wie der Römische Circus sie zeigte, angedeutet.Auf Griechischen Vasenzeichnungen, wo der Weitlauf reitender Jünglingevorkommt (Tischbein Tom. I. 52. und 55.) sehen wir blofs eine IonischeSäule auf einer Plinthe, wahrsheinlich als Andeutung eines Zieles; und deram Ende des Zieles Angekommene springt vom Pferd, um aus den Händen