Band 
Dritter Band.
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Das Amphitheater and die Naumachie. *67

Löwen. Kein Aufwand war zu grofs, um das Volk durch neue Arten vonSchauungen zu kirren. Wer kämpfte gezwungen, wer war dazu erkauft,wer freiwillig aus Bravour.

Wer wird sich wundern, dafs hierfür auch besondere Schauspielhäu-ser entstanden, die fast alle frühere Pracht und Gröfse auslöschten?

§, 5. Früher wurden die Fechterspiele hauptsächlich auf dem Forumgegeben (vergleiche nebst den angeführten Stellen den Vitruv 5,1.); spä-ter auch in den Septa, und auf kleineren Plätzen der verschiedenen Stadt-viertel. Jagden gab man früher im Circus, und auch forthin. Aber solcheSchauplätze genügten nicht. Man fand das Amphitheater dazu am bestengeeignet.

Schon früher scheinen die Griechen, wie wir angaben, eine Art vonamphitheatralischem Rundbau mit den Stadien verbunden zu haben.

In Rom gab M. Cur io, der im J. 704 als Tribun die Leichenspielezu Ehren seines Vaters feierte, die erste Veranlassung zum amphitheatrali-schen Bau durch seine zwei beweglichen Theater. Durch ihre Vereinigungentstand das Amphitheatralische, und Fechter, nachdem die Bühnen zu denSeiten gezogen waren, betraten die Arena (s, Gesch. der Bauk. II. p. 225.).

Vier Jabre später baute dann Caesar das erste eigentliche Amphi-theater, doch dies auch nur von Holz. Er erhöhte aber die Pracht derSpiele dadurch, dafs er den Bau mit einem Velarium von Seide überdeckenliefs (Dio Cass. 43. p. 225.).

Jm. J. 724 errichtete dann das erste Amphitheater inStein der Freunddes Augustus, Statilius Taurus. Es stand auf dem Marsfeld, und dasVolk war darüber so erfreut, dafs es dem Erbauer erlaubte, jährlich einender Praetoren nach eigener Wahl zu ernennen (Suet, in Aug. c. 29. cf.Dio Cass. 5r, 23.).

Einen andern Bau dieser Art unternahm Caligula , den aber seinNachfolger nicht fortsetzte (Suet. in Calig. c. 21.). Ein hölzernes, undwie es scheint, von gewaltigem Umfange, errichtete dann Nero auf demMarsfeld in Jahresfrist (Suet. in Ner. c. 12.), Tacitus (an. 13, 31.) be-merkt bei dieser Gelegenheit, dafs er sich bei dem Lobe mächtiger Grund-baue und ungeheuerer Balken nicht aufhalten wolle.

Das zweite Amphitheater in Stein zu Rom erbaute Vespasian inder Mitte der Stadt, wo vorher der See im goldenen Hause des Nero war»und wo schon früher Augustus den Gedanken gehabt haben soll, einen