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IV. Abschnitt .
ähnlichen Bau zu führen. Titus weihte es ein J. 853. (Suet. in Vesp. c,g. in Tit, c. 7, cf. Dio Cass. 66, 25. und Martial. Spect. Epig. 1. et 2.).Nach Puh. Victor. (Reg. III.) enthielt der Bau 87000 Sitzplätze — loca —,
Dieses FJavische Amphitheater, später unter dem Namen Colosseumbekannt, war das gröfste, was je die Welt sah, und seine Ruinen erlaubennoch, sich einen anschaulichen Begriff von seinetn mächtigen Umfange, sei-ner Höhe, nnd seiner ehemaligen Einrichtung zu machen. Auch nimmtman noch deutlich die Spur wahr, wo sich der Säulengang anschlöfs, dervon dem Esquilinischen Palaste des Titus nach dem Amphitheater herab-lief, und wodurch der Kaiser ebenen Fufses in seinen Stand eintrat.
6. Die amphitheatralischen Spiele und Baue beschränkten sichaber nicht blofs auf die Hauptstadt. Schon früh verbreitete sich der Ge-schmack an denselben nicht nur in Italien , sondern auch in entferntem Ge-genden. Anti och us Epiphanes gab schon gladiatorische Spiele in Sy rien gegen das Ende des sechsten Jahrhunderts (Liv. 41, 20.). Später er-bauen selbst die jüdischen Könige, Plerodes und Agrippa , die grofsengenannt, Amphitheater zu Jerusalem , und gaben darin Thierkämpfe undFechterspiele (Jos. Flav. Antiq. 15, 11. und 19, 7.). In den GriechischenStädten scheinen solche Spiele etwas später, aber auch ziemlich allgemein,wie in Italien , geworden zu seyn (Apul. Met. jo. p. 247.), Athen selbsthievon nicht ausgenommen (Philostr. vita ÄpolL 4, p- 179.). Doch lin-den sich in jenen Gegenden nur selten Spuren von Amphitheatern; theilsmögen diese blofs aus Holz bestanden haben, theils die Stadien dafür ein-gerichtet worden seyn, wie wir es von Laodicea und Aphrodisias bemerk-ten. Den Ruin eines Amphitheaters nach Römischer Art sah Chandler( J Asia ch. 65.) noch zu Nysa. ln Sicilien zeigen sich Ueberreste zu Syra-cus und Catanea. Aber die bedeutendsten Ruinen dieser Art kommen inItalien und dem alten Gallien vor. Die kleinsten ßieht man in Pompeji und Casinum. Zu den gröfsern gehörten die von Capua , Verona und Polain Istrien. Von denen in Padua , Lucca , Puzzuoli, Paestum , zu Alba amfucinischen See, so wie auch zuFrejus und Trier sind die Spuren geringer;aber ZU .den besterhaltenen ist das von Nismes zu zählen.
In Holz scheinen die Amphitheater sehr häufig geführt worden zuseyn. Hierzu gehörte das aufs er den Mauern von Placentia, welches imKriege zwischen der Parthei des Otto und Vitellius abbrannte, und da-mals als das Umfassendste in Italien betrachtet wurde (Tacit, hist. II. 21.).