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Dritter Band.
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V. Abschn. Gebäude für öffentliche Verhandlungen etc. 175

Unter den Ruinen sind die Ausgrabungen in Pompeji besonders wich-tig. Man hat allda in der letztem Zeit das Forum mit mehreren öffentli-chen Gebäuden, welche gewöhnlich an und um das Forum angelegt zuwerden pflegten, entdeckt. Man sieht an einer der schmalen Seiten deslänglichen, mit einer einfachen Säulenstellung umgebenen, Platzes die Cu-ria, und an der andern, der Curia gegenüber liegenden, Seite drei nichtgrofse Basiliken, eine neben der andern. An einer der langen Seiten hinliegt das Comitium, und dann ein anderer umschlossener Hofraum, in des-sen Mitte der Tempel des kapitolinischen Jupiter sich darstellt; u. s. w.

Eine solche Gesammtanlage von Gebäuden zu sehen ist sehr erfreu-lich; und wenn gleich dieselbe, als zu einer kleinern Stadt gehörig, sichweder durch Gröfse, noch durch Pracht äuszeichnen; so erhält man hie-durch doch den Maafsstab, wie solche Gebäude in gröfsern und reichernStädten geführt worden seyn mochten. Ueberhaupt läfst sich leicht begrei-fen , dafs bei solchen Gesammtanlagen nach dem Platze, nach der Zeit desErbaues, nach der Gröfse der Städte und der Bevölkerung, nach örtlichenEinrichtungen und Gebräuchen, nach der Idee von Pracht und Aufwandmancherlei Abänderungen Vorkommen mufsten, während die Hauptidee hie-für immer dieselbe blieb.

Wir betrachten das bei den Römern Uebliche immer zugleich mitden Einrichtungen dieser Art bei den Griechen, theils weil die Völker desmittlern Italiens mit den Griechen in ursprünglicher Verwandtschaft ste-hen, theils weil aus dem Gange der Bildung beider Völker hervorgeht, dafsdie Römer von jeher aufmerksam auf das, was die Verfassungen, die Ge-setzgebung, die Verwaltung des Rechts und den Staatshaushalt betrifft, an-haltend sich angelegen seyn liefsen, das Nützliche und Taugliche von denverschiedenen Gegenden Griechenlands zu sich überzutragen. Die Römerzeigen sich daher in den vorliegenden Beziehungen von den Griechennicht verschiedener, als die Griechischen Völkerschaften unter sich selbstverschieden waren.

Die Märkte oder Fora .

§. 2. In der frühem Zeit hatten die Märkte keine feste Ummar-kung. Die Einwohner wurden entweder in einem offenen Felde in See-städten gewöhnlich am Meer oder in den Vorhöfen der königlichenBurgen versammelt, theils zur Berathung, theils zur Schlichtung richter-