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lieber Geschäfte. Die Vorstände safsen auf im Halbkreise gestellten Stei-nen, und Herolde sorgten für die Ordnung» Solche Plätze wurden zugleichauch für die gemeinsamen Opfer, für öffentliche Spiele und Wettkämpfebenutzt, Gebräuche, die zum Theil noch spät statt fanden (Gesch. derBauk. I. p. 206.).
Später unterschied man bei den Griechen die Märkte für den Be-trieb der öffentlichen Geschäfte von denen, die für den Privatverkehr dien-ten, unter dem Namen der Thessalischen. Ein solcher Markt, sagt Ari stoteles (Polit. 7, 12.) soll von allem Verkauf und bürgerlichem Gewerbefrei, und mit den Magistratsgebäuden umgeben seyn. Dagegen sey ein be-sonderer Markt für den Verkauf und den Handel mit den Waaren, welchesowohl vom Meere, als von dem Lande eingehen, anzulegen,
Pausanias (6, 24.) unterscheidet die Form der Märkte nach alterArt von denen, welche bei den Ioniern, oder in den mit Ionien grenzen-den Städten üblich war. — Welche Formen aber die Thessalischen unddie Ionischen Märkte hatten, und ob sie unter sich von ähnlicher Anlageseyn mochten; davon geben uns weder Aristoteles , noch Pausaniasnähere Kunde. Wahrscheinlich war aber die Form des Griechischen Mark-tes , wie sie von Vitruv (5, 1.) angegeben wird, die gewöhnlichere; undeine solche war mit den Märkten nach Thessalischer Art in sofern ver-wandt, als sie Säulenhallen und die vornehmsten Magistratsgebäude in ih-rer Umgebung zeigte, und nicht wesentlich mögen die Märkte nach Ioni scher Art hievon abgewichen seyn. Die Worte Vitruv’s ( 1 . c.) sind:
„Die Griechen legen ihre Märkte im Viereck an mit weiten unddoppelten Säulengängen. Die Säulen mit nicht breiten Zwischenweiten er-halten ein Gebälk von Stein oder Marmor, und darüber ein anderes Stock-werk zum Umgänge (Taf. XXI. Fig. I. II.),“
„ Aber in den Städten Italiens ist nicht auf gleiche Weise zu verfah-ren, weil es von Alters her gebräuchlich ist, die gladiatorischen Spieleauf dem Forum zu geben. Daher müssen der Zuschauer wegen die Säu-len eine weitere Stellung haben. Um die Säulengänge her sind Wechselbu-den, und die obern Stockwerke so anzuordnen, wie sie für den Zweck, undzur Verwaltung der Staatseinkünfte am besten sich eignen. Die Gröfse derMärkte mufs sich nach der Bevölkerung richten, damit die Anlage für denGebrauch nicht zu klein ausfalle, aber auch nicht aus Mangel an Volk zu
grofs
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