Band 
Dritter Band.
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Gebäude für öffentl. Verhandlungen u. Privalmrlehr . 1 79

baute sie im Gauge der Zeit, und fügte dem Stande der Kunst gemäfs Bild-säulen und andere Zierden bei. Das Leben des Oxylus fällt in jene Zeit,wo die Einwanderung der Heracliden dem Peloponnes eine andere Gestaltgaben, und Oxylus als der neue Stifter und Ordner der Stadt und desGebietes von Elis, welches 'ihm als Beherrscher zufiel, erhielt liier seinDenkmal in einem geringen Säulenbau von Eichenholz, Der zwiefacheSäulengang, welchen die Einwohner aus der corcyräischen Beute errichte-ten, und mit den Bildsäulen berühmter Männer auszierten, war ohne Zwei-fel das bedeutendste des Marktes. Anordnungen dieser Art, um die Grofs-thaten der Städte und ihrer kleiden zu verherrlichen, fanden sich in allenOrten, wo Griechen, oder ihnen verwandte Völker wohnten. Man kannden corcyräischen Säulengang als den ansehen, worin Pyrrho , ein gehör-ter Eleer, seine neue Philosophie vortrug, so wie Zeno die «einige in derStoa Poecile in Athen , welche gleichfalls am Markte lag.

Leicht begreift man ferner, dafs die dreischiffige Stoa die Form hatte,was man in Rom später allgemein Basilica nannte; und ohne Zweifel dientedieser Saal nicht blofs für den Unterricht der neugewählten Kampfrichter;denn diese versammelten sich darin nur jedes vierte Jahr durch zehn Mo-nate, wenn die grofse Feier zu Olympia bevorstand.

Die Bestimmung eines solchen Baues war hauptsächlich die Rechts-pflege, und so kann man das Gebäude daneben, wo die Hellanodiken ihreBewirthung hatten, als das Prytaneum ansehen, wo, wie in andern Städten,das heilige Feuer unterhalten wurde, und die Prytanen, als oberster Ma-gistrat, ihre gemeinsamen Opfer und Mahle hielten.

^ Fast müssen wir glauben, dafs das alterthümliche Forum zu Elisnoch spätere Nachahmung fand. Die neuesten Nachgrabungen auf dem Fo-rum Tr aj ans in Rom zeigen ähnliche Abtheilungen des Platzes durch querüber denselben laufende Säulengänge und Gassen. Trajan , der das Alter-thümliche liebte, mochte durch den Markt von Elis leicht zu einer sol-chen Anordnung veranlafst werden. In der Mitte des gröfsern Platzes fanddie grofse Triumphsäule ihren Stand. Dann kamen rechts und links dieSäulengänge und Gassen quer über den Platz, und an jedem Ende, nochtiefer liegend, andere Plätze, wie die neuen Aufdeckungen zeigen.

Von den gröfsern Gebäuden, welche den Platz umgaben, als vondem Tempel Trajans, der Basilica und den Bibliotheken hat man bisjetzt noch nichts aufgedeckt.

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