V* Abschnitt ♦
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Markt, die andere d nach auswärts stehend. In der Mitte dieses Doppel-säulenganges seyen es nicht Säulen, welche die Eindeckung stützten, son-dern eine fortlaufende Mauer, welcher entlang sowohl an der einen als ander anderen Seite Bildnifssäulen aufgestellt wären, worunter an der Seitenach dem Markte auch diejenige des Philosophen Pyrrho .
Dann seyen die vornehmsten Zierden im Freien des Marktes derTempel e mit der Statue Apollo des Helfers , dann die Bildsäulen f des He-lios und der Selene in Marmor, diese mit den Mondhörnern, und jene mitStralen um’s Haupt. Ein anderes Heiligthum g sey den Grazien geweihtmit den Statuen von vergoldetem Holze, aber Gesichter, Hände und Füfsevon Marmor: die eine trage eine Rose, die andere einen Würfel, und diedritte einen kleinen Myrtenzweig — und auf demselben Untersatze steheihnen zur Rechten Amor. Auch Silenus habe hier sein eigenes Heiligthum7z, und nicht wie gewöhnlich mit Bacchus gemeinsam; Methe reiche ihmden Becher. Ferner gebe es auf dem Forum der Eleer ein Denkmal i voneigener Form, nur von geringer Höhe, ohne Mauern und die Dachung blofsvon vier eichenen Säulen gestützt. Für Wen dies Denkmal diene, sey un-sicher, aber man riethe auf Oxylus. Noch sehe man allda die Werkstatt k,wo sechszehn Frauen den Schleier der Juno webten. —
Hiezu bemerken wir folgendes: vergleicht man den Grundrifs diesesalterthümlichen Forum zu Elis mit der Einrichtung der Griechischen Märktenach Vitruv ; so unterscheidet sich der erstere hauptsächlich durch diequer über den Platz laufenden Säulengänge und die Gassen zur Rechtenund zur Linken des gröfsern Platzes, der nun der Hippodrom hiefs. Die-ser Platz hatte ohne Zweifel, wie jedes andere Forum, die Bestimmung,die Volksversammlungen aufzunehmen, zur Abhaltung der Magistratswah-len, und zur Verhandlung aller Geschäfte, woran die gesammten Eleer An-theil hatten. Hiezu hätte es aber der kleinern Säulengänge und Gassennicht bedurft. Ihre Anordnung weiset auf eine besondere Bestimmung hin,nämlich, dafs sie zum Privatverkehr und als Speisemarkt dienten. Hiezutaugten sie um so mehr’, da die dazwischen laufenden Gassen leicht mitTüchern gegen Sonne und Unwetter überdeckt werden konnten. Auchwar es alterthümlicher Gebrauch, die Denkmäler für Götter und Heroenan der besuchtesten Stelle der Stadt zu errichten. Solche frühere Heilig-thümer waren selten von bedeutender Gröfse, sondern eher Kapellen, anden Stellen errichtet, wo früher nur Altäre standen. Frommer Sinn er-