Gebäude für öjfenbL Ver Handlungen u^ Privabverkehr. i85
„Ueber den Säulen sind Balken von drei zweifüfsigen Zimmerstüc-ken umhergelegt, und diese wenden sich von je der dritten Säule an derinnern Seite zu den Eckpfeilern der Mauern', die an dem Vorhause vorlau-fen und rechts und links sich bis an den Halbkreis des Richtersitzes er-strecken. Ueber den Hauptbalken, und zwar unmittelbar über den Säu-lenköpfen sind Ffeilerchen aus Bruchsteinen (anstatt ex fulmentis lese ichex caementis) errichtet, jedes drei Fufs hoch und vier Fufs ins Geviertebreit.“
„Auf diesen (Pfeilerchen) liegen je zwei Deckenbalken auf, jederaus einer Länge (anstatt everganeae lese ich perpetuae) und aus zweifü-fsigen Zimmerstücken bestehend. Darüber kommt die Dachrüstung: ’—und so stützt das Balkenwerk, aufruhend auf den Säulen und auf den An«ten und Mauern des Vorhauses, einerseits die Decke und das Dachwerküber der ganzen Basilik, und anderseits von der Mitte aus die Decke unddas Dachwerk über dem Vorhanse des Tempels. Durch diese so entstan-dene zwiefache Eindecfeung macht aufserlich das Dach, und im Innern dashohe Deckenwerk einen schönen Anblick.“
„Ferner wird durch das Weglassen der Zierden des Gebälkes, undder Sokkel und der obern Säulen nicht blofs eine lästige Mühe erspart,sondern auch die Unkosten um Vieles vermindert. Die Säulen aber, ineiner Länge bis unter die Balken des Decken welkes geführt, scheinennicht nur den darauf verwandten Unkosten Ehre zu bringen, sondern auchdas Ansehen des Baues zu erhöhen.“
Wir enthalten uns ausführlicher Bemerkungen über diesen Vitruv -schen Bau, den wir keinesweges als Muster preisen können, obwohl wirmanches Sinnreiche in Hinsicht der Technik daran nicht verkennen wollen.Nach den strengem Gesetzen der Kunst ist die Anordnung eines solchenBaues nicht zu empfehlen; allein der Darsteller des Geschichtlichen durftesich nicht erlauben, einen solchen Bau mit Stillschweigen zu übergehen.
§. 6. Mit den Vitruvschen Angaben bleiben ,unsere Bemerkungenüber den Basilikenbau noch nicht beendigt. In Rücksicht der Gröfse gabes drei Arten von Basiliken: einschiffige, dreischiffige, und fünfschiffige.
Den einschiffigen Richtersaal haben wir aus Vitruv kennen lernen,nämlich in dem Anbau des Tempels von Augustus bei seiner Basilik zuFano (Taf. XXI. Fig. III. D und Fig. IV. A ). Andere Ueberreste einschif-figer Basiliken finden sich in dem alten .Aquino, wobei sich aufser den