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Dritter Band.
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V. Abschnitt.

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Grundmauern noch das Tribunal in Quadern erbaut erhalten hat. In Pa-lestrina sieht man den Ruin der Basilik an der Seite des ehemaligen Forumangebaut. In dem halbzirldichen Tribunal stehen noch drei Marmorblöckean ihrer Stelle, welche den Richtern zu Sitzen dienten, und am Eingängehaben sich noch die sechs Säulen der ehemaligen Vorhalle, oder des Chal-cidicum erhalten. Aber vor allen andern zeichnet sich die einschiffige Ba-

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silik in Palmyra aus (Taf. XXII. Fig, VI.). Der Richtersaal ist äufserlichan drei Seiten mit vierfachen Säulengängen umgeben, aufser der viersäuli-gen Halle am Eingänge, zu welcher eine vielstufige Treppe hinan führt.Palmyra war in der Wüste der grofse Stapelplatz für die Waaren, welchevon Indien über den Persischen Meerbusen nach den Syrischen Küsten gin-gen und umgekehrt. Eine solche vielsäulige Anlage war also eine treffli-che Einrichtung für die Menge Handelsleute aller Nationen, und sehr pas-send lag der Saal des Tribunals in der Mitte, wo jede streitige Sache so-gleich zwischen den Kaufleuten entschieden werden konnte.

§. 7. In Rücksicht der dreischiffigen Rasilik stellen wir diejenige,wie Vitruv sie beschreibt, als Muster voran (Taf. XXII. Fig. IIV.).Die beiden Durchschnitte zeigen die Säulenstellungen über einander, an de-ren statt Vitruv in seiner eigenen Basilik zu Fano nur eine Säulenstel-lung wählte. In dem Grnndrifs Fig. I. und in dem Aufrifs Fig. IV. siehtman die Säulenhalle am Eingänge, was Vitruv das Chalcidicum nennt,und deren Erbau er vorschlägt, wenn die Länge der Lokalität es zuläfst.

Ruinen von dreischiffigen Basiliken in der Art, wie Vitruv sie be-schreibt giebt es nicht mehr mit Ausnahme einer kleinern, deren Funda-mente man vor nicht vielen Jahren zuUtricoli entdeckte (Taf. XL Fig. 12.);und dann eine andere, gleichfalls nur kleine, zu Alba am Fuciner See , an-muthig auf einem Hügel gelegen, und jetzt zu einer Kirche eingerichtet.Ihre vortreffliche Construction in Quadern läfst an ihrer vorchristlichenZeit nicht zweifeln. Diese Ueberreste sind aber von der VitruvschenLehre darin hauptsächlich abweichend, dafs sie keine zweite Säulenstellungüber der untern hatten.

Mannigfach erscheint aber noch der dreischiffig e Basilikenbau inden primitiven christlichen Kirchen und dies nicht blofs in Rom , und inandern Städten Italiens , sondern auch in Deutschland , wie in Regensburg die alte Schottenkirche, sehr ähnlich der Kirche der heiligen Apostel zuFlorenz , deren Erbau von Karl dem Grofsen herrührt.

Von