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Dritter Band.
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Gebäude für ojfenbl. Verhandlungen u. Privat verkehr. 197

Abführung der Unreinigkeiten durch unterirdische Abzugskanäle. Die Stel-lung der Brunnen sind mit l bezeichnet.

Ein wesentliches Erfordernifs bei einer solchen Anstalt war die po-lizeiliche Aufsicht: über die Güte und Preise der verkäuflichen Gegenstände,über Maafs und Gewicht, und überhaupt zur Aufrechthaltung der Markt-gesetze.

Zu diesem Zweck war im Mittelpunkte des gröfsern Platzes ein ei-gener Bau, unten in quadrater und obenim zweiten Stocke von run-der Form mit einer Kuppel überdeckt (vergl. Taf. XXII. Fig. IX. D undFig. X. Grund- und Aufrifs). Einen solchen Bau glauben wir noch auf derMünze des Nero wahrzunehmen.

In der untern Abtheilung fanden sich die Normalmaafse und dieWaage, und an den Wänden umher die Tafeln, welche die Marktgesetzeenthielten. In dem obern Stockwerke war die Schreibstube mit dem Archiv.

Ein solcher Marktverein für die Gegend der Stadt, in deren Mitteer lag, war eine grofse Bequemlichkeit, die täglichen Einkäufe für Kücheund Tisch zu machen. Mit der Güte und Fülle der Waaren ward das rich-tige Maafs und Gewicht gesichert. Die polizeiliche Aufsicht beschränktesich aber nicht blofs hierauf, sondern in Rom z. B. kamen nach der Ver-schiedenheit der Zeiten auch die Aufwandgesetze zur Sprache. Theilsward der Verkauf gewisser Waaren für Leckermäuler ganz verboten, theilsder Einkauf nur nach einem gewissen Maafse und Gewicht erlaubt, um auEsolche Weise den Aufwand der Tafeln zu beschränken (cf. Suet. in Caes.c, 43* und in Tib. c. 34 . cum not. Var,). Zu andern Zeiten herrschten aberhierüber ganz entgegengesetzte Ansichten. So wie die Luxusgesetze denAbsatz der Verkäufer beschränkten; so suchten andere durch einen gröfsernAufwand die Production, die Industrie und die Fülle aufzumuntern. Zuden Letztem gehörte selbst der sonst eben nicht üppige Kaiser Vespasian (Suet. in Vesp. c. 19.).

So viel über die täglichen Speisemärkte, wo die Verkäufer ihre fe-sten und bleibenden Buden hatten, Aber wie verhielt es sich mit demLokale der Märkte, wo die Landleute an gewissen Tagen an den Nun-dinae ihre eigenen Produkte feilhielten?

Ein ganz freier Platz würde den Alten hiezu wenig genügt haben;denn aufser der Unbequemlichkeit für Käufer und Verkäufer würden derHitze und des Unwetters wegen die Waaren selbst dem Verderben ausge*