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V ... Abschnitt .
8. Diese bis jetzt genannten Gebäude und Denkmäler sind es, wel-che wir als im Ceramicus und am Forum gelegen annehmen. Anderes Denk-würdige, was wir beizufügen haben, ist folgendes:
Wir lernen von Plutarch (in Cim. c. 13 ), dafs Cimon um demMarktplatze mehr Anmuth und Schatten zu geben Platanengänge pflanzenliefs. Ueberhaupt scheint Cimon nach der Zerstörung der Stadt viel zum"Wiederbau, und zur Verschönerung des Forum beigetragen zu haben. Diebunte Halle, und der Tempel der Castoren stammt aus seiner Zeit, wienicht weniger das auch noch im Ceramicus, nur etwas entferntere, Heilig-thum des Theseus . — Zu solchen, den innern Platz des Forum umgeben-den, Bäumen gehört auch die Schwarzpappel, woran die Sycophanten ihreTafeln anhefteten; so wie die Gynaeconomen ihre Straftafeln an eine Pla-tane (Pollux 8, 9. p. 404. cf. Hesych. in Aiyeig. und in IlAarav).
Ein Theil des freien Platzes hatte die besondere Bestimmung für die
Volksversammlungen •— ecclesiae, comitia —, unter dem besondern NamenPerischoinisma. Es war nämlich gewöhnlich, ein rothangestrichenes Tauum die Versammlung zu ziehen, und so das Volk gleichsam zusammen zupferchen: eine Weise-zu verfahren, welche auch bei den Volksversamm-lungen auf dem Pnyx üblich war. Die Stelle auf dem Forum, welche hie-zu diente, war zunächst der Statue des Demosthenes , und dem Altarder zwölf Götter (Plut. X. Orat. p. 846. 53- cf. Pollux 8, 9. p. 401.).
Der Altar der zwölf Götter war schon früh auf dem Forum von
Pisistratus , dem Sohne des Hippias , errichtet, und nach der Vertrei-bung der Pisistratiden von dem Volke noch vergröfsert (Thucyd. 6. p.44g.). Er stand in der Nähe der Stelle, wo sich die Volksversammlunghielt, und wo die Statue des Demosthenes stand. Dieser Altar war eineArt von Vorbild von dem Milliarium aureum, welches Augustus auf demForum zu Bom errichtete. C. O. Müller (Attica p. 257. in der Encycl.von Ersch und Grub er) meint nach einer verdorbenen Inschrift beiChendler, dafs man vom Altar der zwölf Götter die Entfernungen durchAttica nach Stadien vermessen, und solche durch Hermen bezeichnet habe.Diese Meinung erhielt Bestätigung durch die Erklärung einer Fourmonti-schen Inschrift von A. Boeckh (Ind. Lect. univ. Berol. 1324. und Inscrip.Graec. No. 12.); doch mit dem Unterschiede, dafs die Hermen nicht nachStadien, sondern nur in der Mitte der Wege zwischen der Stadt und den