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f^L Abschnitt ♦
Einrichtung der Palaestra.
§• 3. Als man anfing, den Gymnasien eine bauliche Einrichtung zugeben, blieb es doch dabei, dafs die meisten Uebungen immer nur im Freienvorgingen, und für wenige Arten nur bedeckte Stellen erbaut wurden. Zuden letztem gehörte hauptsächlich der Ort, wo man die Jugend einübte,und deswegen Ephebeum hiefs. Nach Vitruv (5, 11.) nahm es die Mitte,gleichsam das Herz, des Gymnasiums ein, und bestand in einem grofsenSaal, der um ein Drittel länger als breit, und mit Sitzen umher versehenwar (Taf. XXIV. Äg.i. A .).
Für die Ringer und Faustkämpfer errichtete man zwei lange Säulen-gänge BB, um sich auch im Winter und bei stürmischer Witterung imBedeckten zu üben. Diese waren deswegen von beträchtlicher Breite; dennsowohl an den Wänden, als an den Säulenstellungen hin liefen erhöhteBahnen oder Wege, nicht minder als zehn Fufs breit, und die dazwischenliegende vertiefte Bahn, zu der man auf zwei Stufen anderthalb Fufs herab-stieg, hatte wenigstens eine Breite von zwölf Fufs. So waren die auf denSeitenrändern spazierenden Zuschauer aufser Gefahr, ihre Kleider an deneingeölten Athleten zu beschmutzen. Diese Säulengänge oder bedeckte Sta-dien hiefsen bei den Griechen Xysti.
Bei heller Witterung übten sich aber die Ringer und Pancratiastenauch des Winters im Freien, nämlich auf den Bahnen, welche neben denbedeckten Säulengängen hinliefen, und welche die Griechen Paradromidae,und die Römer Xysta hiefsen (aa). Diese bestanden in einem von denSäulengängen umgebenen Stück Feld, das mit Platanen und Buschwerk be-pflanzt, und an passenden Stellen mit Sitzen von Steinwerk versehen war C,
An der Südseite dieser Pflanzung lag das eigentliche, mit Sitzen fürdie Bequemlichkeit der Zuschauer eingerichtete, Stadium D, welches diebeiden Säulengänge mit einander verband. — Im Stadium waren die Kampf-übungen, welche im Bedeckten nicht statt haben konnten, wie der Lauf,das Lanzen- und Scheibenwerfen, der Sprung und zumTheil auch das Ball-spiel, obwohl für letzteres auch ein besonderer Raum war, der das Cory-ceum oder Sphaeristerium hiefs, und zur Seite des Ephebeum lag ( E ).
§. 4. Dies waren die Anlagen in einem Gymnasium für das Bedürf-nifs der Leibesübungen. Doch bedurfte es hiezu noch anderer Räume.Eine oder mehrere Kammern erforderte das Apodyterium F, wo die sichGebenden die Kleider ablegten; in einem andern Raum rieben sich die Rin-