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Dritter Band.
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Die Gymnasien, die Bäder und Thermen, 235

theten die Athleten nach der Kampfart, und dem Alter, und zwar durchdas Loos gegen einander auftreten.

Ein dabei liegender kleinerer Umfang, der von seiner Form das Vier-eck hiefs, war für die leichtern Uebungen der Athleten bestimmt; und dannwar noch eine Bahn, die von dem weichem Grunde den Namen Malthoführte. Diese diente während der ganzen Zeit der Spiele für die Uebungender Epheben. Nicht fern davon lag der Schwimmteich Lutron, Piscina.

Dieser alte Xystus hatte jedoch einige Zierden. Man hatte allda dieAltäre des Hercules Idaeus, des Eros und Anteros, der Ceres und ihrerTochter aufgestellt; dann war ein Denkmal des Achilles vorhanden, wel-chen die Frauen am ersten Kampftage gegen Sonnenuntergang mit Trauer-geprängen ehrten. An einigen Stellen waren auch Statuen errichtet (Paus. 6,23.).

Ein ähnlicher Uebungsplatz, wie das alte Gymnasium zu Elis, scheintnoch spat das Marsfeld für die Römer gewesen zu seyn. Auch bezeichnetDionysius (5. p. 288.) den ^ rt wirklich als Gymnasium. Uebrigens sagtVitruv (5, 11.) ausdrücklich, dafs es nicht Italischen Herkommens sey,Palaestren mit baulichen Einrichtungen zu haben, wie es bei den Griechenüblich sey. Daher mag es gekommen seyn, dafs M. Agrippa , der in Rom zuerst einen solchen Bau nach Griechischer Art errichtete, denselben, umnicht gegen das Gebräuchliche zu verstofsen, nicht Gymnasium oder Palae-stra nannte, sondern ihn mit dem Namen Thermae belegte: welche Benen-nung darin auch auf andere, Prachtbaue dieser Art, welche die folgendenKaiser in Rom führten, überging. Die Gröfse des Marsfeldes erlaubte nichtnur Abtheilungen für das Ballspiel, das Scheiben- und Lanzen werfen, fürden Lauf und das Ringen, sondern auch gröfsere für die Uebungen im Rei-ten und im Wagenlauf (Strabo 5. p. 236. cf. Horat. Od. 1, 8. und Serm. 1,6, 123. cum not. Bentl.). Die Tiber war zum Schwimmen in der Nähe,und später die Thermen des M. Agrippa und die des Nero nicht fern.Von den Kriegesübungen auf dem Marsfeld spricht Vegetius (de R, Mil. 1,10.).

Das Gymnasium, wo die Athleten sich übten, war zugleich die Schule,wo die Jugend in all den Uebungen Unterricht erhielt, wovon wir bis jetztsprachen (die Hauptstelle bei Plautus in Bacchid. Act. 3. Sc. 3, 24.).

Der Vorsteher bei den Griechen, aus den angesehensten Magistrats-personen gewählt, hiefs Gymnasiarcha,, die besondern Aufseher Xystarchen,und Paedotriben diejenigen, welche hauptsächlich über die Uebungen derJugend wachten.

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