Band 
Dritter Band.
JPEG-Download
 

238

VI. Abschnitt ,

Freien Lutrön, Piscina I. io) An der Nordseite des Gartens, undanliegend an dem Ephebeum setzt Yitruv noch den doppelten Säulengangm , der die beiden andern einfachen Säulengänge BB mit einander verband.Diese Doppelhalle war für Spazierende besonders des Sommers angenehmgeiegen.

Einrichtung der Bäder.

§. 5. Ursprünglich scheint man in Ermangelung eines nahen Flusses,nur den SchwinAteich eine nothwendige Forderung bei der Palaestrabetrachtet zu hSKn Später wurden aber sehr ausgedehnte Badeanstaltendamit verbunden. Wir halten es für zweckmäfsig, zuerst von den Badeein-richtungen der Alten für sich zu sprechen, und dann von ihrer Verbindungmit den Palaestren.

Auch von der Anordnung der Bäder und ihrer Theile zu einandergiebt uns Vitruv (5, 10.) Kunde, welches wir hier mit den Nachrichtenanderer alten, und mit dem, was wir noch aus vorhandenen Denkmälernlernen, zusammenstellen wollen.

Man soll, sagt Vitruv , die wärmste Stelle, abgewandt von Nord,und Nordost, wählen, und die lauen und warmen Badesäle müssen ihr Lichtvom Winteruntergang der Sonne empfangen, oder wenn sonst nichts hin-dert, von Mittag, weil es gewöhnlich sey, von Mittag an bis zur Abend-zeit sich zu baden. Dann sollen in den angegebenen Richtungen die war-men Badesäle für Männer und Frauen neben einander liegen, damit dieGefäfse, und der Heitzungsraum für beide gemeinschaftlich dienen. Ueberder Heitzung sind drei erzene Kessel, der eine für das warme, der anderefür das laue, und der dritte für das kalte Wasser so aufzustellen, dafs, nachMaafsgabe das warme Wasser ansfliefst, es durch das laue ersetzt werde,und dieses wieder durch das kalte. Auch sollen die Badesäle (ich lese;testudines balnearum, anstatt alveolorum, wie der jetzige Text hat) vonder gemeinsamen Feuerung erheitzt werden.

Hierüber scheinen die Ruinen von Badenweiler die besten Aufschlüssezu geben. Auf Taf. XXIV. Fig. VI. sieht man in den beiden Räumen aa diewarmen Badesäle neben einander, der eine für die Männer, der andere fürdie Frauen. Die Stelle für die Feuerung in der Mitte von beiden sowohlum das Wasser warm zu machen, als um die Säle zu heitzen zeigt sich indem Raume <y und die beiden länglichen Räume xx scheinen als Magazinefür das Feuermaterial dabei gedient zu haben.