Band 
Dritter Band.
JPEG-Download
 

Die Gymnasien> die Bäder , und Thermen, 239

Ueber die Art, wie die drei Wasserkessel zu stellen sind, giebt Fig.II. c, d, e verglichen mit Fig. V. a, b, c die beste Ansicht. Die Kesseloder Gefäfse sind stufenweise über einander gestellt, haben unter sich Ver-bindungsröhren, und der unterste Kessel mit dem warmen Wasser wird un-mittelbar von der Flamme erheizt; dagegen erhält der zweite nur wenigHitze, und der dritte gar keine. Hiebei zeigt sich jedoch eine Schwierig-keit. Durch die Verbindungsröhren nämlich, .mufste sich die Wärme vondem untern Gefäfse auch den obern mittheilen. In sofern also dies nichtgeschehen sollte (woran wir aber zweifeln); so mufsten in den Verbin-dungsröhren Klappen angebracht seyn, welche sich nur öffneten, nachMaafs-gabe das Wasser in dem untern Kessel weniger wurde.

Hiemit sind Palladius (de R. R. r, 40.) und das Compendium Ar-chitecturae (c. 16.) zu vergleichen. Diese sprechen nur von einem Kessel,den der erstere Miliarium nennt, und der nach demselben (5, 8.) ein Ge-fäfs von hoher und enger Form war. Dieser Kessel war nicht von Erz,sondern von Blei, auf einer erzenen Platte stehend, die man von unten er-heitzte. Kaltes Wasser ersetzte den Abflufs aus dem erwärmten Kessel ver-mittelst einer Röhre.- Hiemit sieht man, dafs das mittlere Gefäfs mitdem lauen Wasser leicht weggelassen werden konnte, indem man das laueBad, durch den Zuflufs des warmen und kalten Wassers zugleich, leichttemperjren konnte.

§. 6 , DieHeitzung der Räume geschah aber auf mehr als eine Weise.Die allgemeinere scheint gewesen zu seyn, dafs man einen gröfsern Raumin der Form eines grofsen Backofens stark heizte, und dann ^sorgsam schlofs.Dieser so erheizte Raum stand vermittelst thönerner Röhren in Verbindungmit den Badesälen und andern Räumen, die erwärmt werden sollten. Einein jeder der Röhren angebrachte Klappe hinderte, oder beförderte das Ein-strömen der Wärme nach Belieben. Ein solcher Wärmebehälter hiefs Hy-pocaustum, und der davor gelegene Feuerheerd Praefurnium, Propnigeon^Hypocausis. Solche Hypocausta fanden selbst in Privatbädern statt, wiein dem Tuscum des Plinius (Ep. 5, 6.) welcher nicht nur die Badesäledadurch heizte, sondern nach Erfordernifs auch das eigene Wohnzimmer,indem durch die OefFnung der Röhren die erwärmte Luft aus dem Hypo-caustum in dasselbe einströmte.

In dem bei Lucian beschriebenen Bad des Architekten Hippias scheint die Feueranstalt auf ähnliche Weise eingerichtet gewesen zu seyn,