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Dritter Band.
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Die Gymnasien, die Bäder und Thermen . 241

in solchen erwärmten Räumen die Hitze zu heftig; so liefs man durch eineOeffnung in der Decke, die mit einer Klappe versehen war, einen Theilder Hitze entströmen (Fig. V. g .). Man sieht aber in Fig. IV. d hiezuauch eine andere Einrichtung, wo man vermittelst einer gröfsern Röhrein der Form eines Schornsteins, der ohne Zweifel im Innern auch mit einerKlappe versehen war, die Hitze regulirte.

Die beiden bisher beschriebenen Feuerungsarten, nämlich vermittelstdes Hypocaustum, und der schwebenden Fufsboden, scheinen die gewöhn-lichem für die öffentlichen Bäder, und zum Theil auch für die Privatbä-der gewesen zu seyn. Für geringere Räume war aber auch ein Ofen nachunserer Art zureichend. Ein solcher Ofen hiefs Clibanus, und man pflegteihn besonders in die Räume zu setzen, welche zum Schweifstreiben bestimmtwaren (Celsus 2, 17-)« ' In der Zeichnung Taf. XXIV. Fig. II. sehen wir ineinem Raume, der Concamerata Sudatio überschrieben ist, einen solchenOfen im Durchschnitt. Darunter steht das Wort Laconicum, und über derFlamme das Wort Clipeus (so). Diese Worte scheinen aber mifsverstandeneZusätze von dem neuern Zeichner zu seyn, indem er den Ofen selbst fürdas Laconicum, und den Clypeus für den runden Schild nahm, durch des-sen Anziehen oder Senken man in den Laconica die Hitze regulirte, wiewir nachher sehen werden. Wir haben hier einen gewölbten Ofen vor Au-gen, der dazu diente, im Innern selbst stehend, den zum Schwitzen bestimm-ten Saal zu heitzen. Ferner darf man nicht zweifeln, dafs es in Privatwoh-nungen auch sogenannte Kaminofen gab, um am Feuer selbst ad flam-mam zu schwitzen. Diese Art den Schweifs zu treiben zog Augustus vor (Suet, in Aug. c. 82 .)* Ei« blofses Kaminfeuer wäre aber nicht hin-reichend gewesen, die Stube bis zum Schwitzen zu erheitzen, wenn derKamin nicht zugleich mit einem Ofen in Verbindung gestanden hätte. In-dessen läfst sich leicht begreifen, warum der Kaiser diese Art an der offe-nen Flamme selbst zu schwitzen vorzog. Die Luft ward hier immer er-neuert, und der Raum hatte nicht die dunstige Hitze, wie ein blofs durchdie Ofenhitze erwärmter Schwitzraum.

Von andern Heitzungen vermittelst glühend gemachter Steine, oderdurch das Aufsteigen theils trockener, theils nasser Dämpfe werden wirnachher sprechen.

§. 7. Die Räume in einer Badeanstalt, welche bald eine stärkerebald eine gelindere Erheitzung erforderten, waren die lauen und warmen

Hirt, Gebäude. g 1