Band 
Dritter Band.
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2>6 P'l» Abschnitt,

oder durch das Ausdünsten natürlich heifser Schwefelwasser kann hier nichtdie Rede seyn.

Den Bau betreffend, haben wir in Beziehung der Schwitzräume undder warmen Badesäle noch eine Stelle Vitruvs (5, io.) beizufügen:bes-ser sey es, wenn solche Räume in Mauerwerk überwölbt würden. Werdeaber die Decke aus Balkenwerk gemacht; so bringe man einen Unterzug vonZiegelwerk darunter an. Diesen besorge man so: man nehme eiserne Stäbeoder Spriegel, und befestige sie mit vielen eisernen Haken an den Balkender Holzdecke. Die Stäbe oder Spriegel müssen aber neben einander sonahe zu stehen kommen, dafs zwischen je zwei derselben die Ziegel ohneRänder sitzen und eingeschoben weiden können. Ist nun der Unterzug aufsolche Weise sauber in Eisen vollendet, und die Fugen der Ziegel mit Lehm»worin Thierhaare geknetet sind, sorgsam verstrichen; so berappe man dieuntere Ansicht der Decke, die nach dem Fufsboden sieht, zuerst mit demMörtel, der aus zerschlagenen Backsteinen und Kalk besteht, und dann be-ziehe man sie mit Weifswerk, oder sonst einem schönen Anwurf. Und wer-den diese Unterzüge in den warmen Badesälen doppelt gemacht; so wirdsich ihr Dienst desto mehr erproben; denn so wird die aus dem Dampfentstehende Feuchtigkeit das Holzwerk der Decke nicht angreifen, sondernzwischen den beiden Unterzügen sich verlieren. Die Parallelstellen hie-zu kann man im Palladiüs (de R. ß. 40.) und Hm Compendium Archi-teclurae (c. 17.) nachsehen. 1

§. 10. Wir haben noch die Räume zu betrachten, wo man sich be-ölte und reiben liefs, Elaeothesia, Alipteria, und Unctoria hypocausta genannt.

Von dem besondern Raume in den Gymnasien, wo sich die Ringerund Pancratiasten vor ihren Uebungen mit Oel einzureiben pflegten, habenwir oben gesprochen. Aber auch die Bäder hatten ihre Beölungs- und Sal-benräume, wo man sich reiben, recken und kneten liefs. Hier geschah dasEinreiben nach dem Bade in einem erwärmten Raume, daher vonPlinius(Ep. 5, 6.) Unctuarium hypocaustum genannt. Auch in dem Bade des Hi p-pias war der Saal,-wo man sich salben liefs, erwärmt, und daneben warein noch ansehnlicherer, worin man sich reiben und recken liefs. DieserSaal war hiezu mit bequemen Sitzen eingerichtet, und worin keine Gefahrwar, sieb nach dem Schwitzen zu erkälten, wenn man sich auch ruhig ver-hielt. Das Beölen -hat übrigens die-Eigenschaft.,-.den Schweifs einzuhalten.