Band 
Dritter Band.
JPEG-Download
 

245

Die Gymnasien, die Bäder, und Thermen.

Die anschaulichste Idee von den SchwiLzräumen, und ihrer Anlage zueinander, erhalten wir durch die Ruinen von Badenweiler (Fig. t VI.). Dermittlere gröfsere Raum d und die beiden Nehenräume ee sind Säle, welcheVitruv unter Concamerata Sudatio bezeichnet. Alle drei wurden von un-ten vermittelst schwebender Fufsboden erheizt. Die runden Laconica ff lie-gen daneben, einige Stufen höheir, und scheinen ihre Wärme blofs von denSälen ee erhalten zu haben; aber durch ihre runde Form und höhere Lagezirkulirte die Hitze darin stärker und gedrängter. Die Schwitzsäle ee, wiedie Laconica ff hatten Verbindungen mit den warmen Badesälen an.Alle die genannten Räume sind doppelt, einerseits für die Männer, undanderseits für die Frauen. Da aber das Schweifstreiben gewöhnlicher un-ter den Männern war; so scheint der Saal d den Letztem zugleich aus-schliefslich eingeräumt gewesen zu seyn.

Wir bemerken hiezu: dafs, so wie wir zu Badenweiler die Schwitz-räume mit den warmen Badesälen verbunden sehen, Vitruv (5, 11.) beider Anordnung seiner Badeanstalt dasselbe angiebt. Und daher möchtenwir in der Stelle Vitruvs (5, 10.), wo er sagt: dafs die laconischenSchwitzsäle mit dem lauen Badesaale verbunden seyn sollen, anstatt Te-pidario gerne Calidario lesen.

§. 9. Es gab aber noch andere Arten des Schweifstreibens, besondersscheinen die Laconica ursprünglich eine sehr einfache Einrichtung gehabtzu haben. Strabo (3. p. 154.) erzählt: dafs die Anwohner des FlussesDurius in Spanien , denen man Spartanischen Ursprung und Lakonische Ge-bräuche zuschrieb, die Gewohnheit hätten, sich mit Oel einzureiben, undum glühend gemachte Steine sitzend, den Schweifs zu treiben, und daraufsich ins kalte Bad zu stürzen. Letztere Weise sich abzukühlen scheintaber überall stattgefunden zu haben. Martialis (Epigr. 6, 42.) die pracht-vollen Bäder des Etruscus empfehlend, sagt:ziehst du die Gebräucheder Spartaner vor; so kannst du mit der trockenen Hitze dich begnügend,dich in den kalten Schwimmteich der Aqua Virgo, oder Marcia stürzen.Die Athleten, wie wir angaben, scheinen dies nach ihren Uebungen ge-wöhnlich gethan zu haben; und in den Thermen des Titus sind die beidenLaconica nicht mit den andern Badesälen, sondern mit dem kalten Schwimm-teich verbunden.

Von andern Mitteln, den Schweifs zu treiben, als durch den hei-fsen Sand, oder durch natürlich aus der Erde aufsteigende warme Dünste,