Die Gymnasien , die Bäder und Thermen . 25 1
Es gab aber noch zwei andere Raume rr\ welche vermittelst schwe-bender Fufsboden erheizt werden, und ihre besondern Feuerplätze ss hatten.Dies waren die erheizten Salbenräume — Unctuaria hypocausta — wo mansich reiben, recken und kneten liefe. Auch war der kalte Badesaal in derNähe, um nach dem Schweifstreiben sich sogleich im kalten Bade wiederzu erfrischen. Die Räume nn nehmen wir für die Entkleidungssäle —Apodyteria —, und die Räume mm für die bedeckten Vorhäuser. Unbe-deckt aber waren die grofsen umschlossenen Räumet und JB vielleicht mitSäulengängen an den Wänden hin, um sich darin zu ergehen, versehen,wovon aber jetzt jede Spur verwischt ist. Sie konnten aber auch für dieleichtern Uebungen des Ballspiels dienen.
An der Stelle O in B fand sich der Altar mit der Inschrift: DIANAEADNOBAE. ■— Die dortige Colonie hat die Anstalt unter den Schutz undunter den Namen dieser Göttin gestellt. Adnoba bezeichnete übrigens dasganze Gebirg , wo die Donau ihren Ursprung hat (Plin. 4, 24. und Tacit. deM. Germ. c. 1. cum not. Oberlini).
Man bemerke, dafs die Räume J3, n und r an der Männerseite be-
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deutend gröfser, als an der Frauenseite A sind, welches einen häufigem Be-such der Männer voraussetzt.
Ein passenderer Bau, um uns mit dem Ganzen einer öffentlichen Ba-deanstalt der Alten anschaulich bekannt zu machen, hätte sich nicht erhal-ten können, als der in diesem Winkel unsers deutschen Vaterlandes nochvorhandene Ruin. Ueberall offenbart sich Zweckmäfsigkeit, und ein männ-licher Sinn in der Anlage, aber nirgend etwas von jener Pracht und Schön-heit des Materials, was die spätem Gebäude dieser Art in angesehenenStädten auszeichnete *).
§. ig. Ueberreste von Gymnasien haben Reisende noch zu Pergamosund zu Ephesus gefunden. Hievon stellen wir den Grundrifs der letztemnach den Ionischen Alterthümern (Tom. II. PI. 4°0 den Lesern noch einmalvor die Augen (Taf. XXIV. Fig. VII.). Der Plan ist von der Anlage derVitruvschen Palaestra bedeutend verschieden, und nicht so erfreulich.
*) Wir haben, seitdem wir dies schrieben, auch die Risse und die Erklärungen hiezu von unsermvieljährigen Freunde Weinbrenner gesehen, ln Manchem weicht seine Ansicht von der unsri-gen ab, worüber die Leser entscheiden werden. Den Restaurationen weder im Plane, noch imAufrifs kann ich beitreten; und schwerlich läfst sich dabei an eigentlich gymnische Uebungen denken.
Bei dem Versuche, das Rad des Hippias nach Lucian herzustellen, scheint den sinnrei-chen Architekten mehr die Phantasie als der Text des Schriftstellers geleitet zu haben.
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