VI. Abschnitt .
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Anstatt der Säulengänge, wo die Philosophen und Rhetoren sich versam-melten, sind hier geschlossene Hallen A — Cryptoporticus — mit vortre-tenden Pfeilern an beiden Seiten. Nur an zwei Stellen zeigen sich die Ru-heplätze in nischenförmiger Ausbiegung. Zwischen den Pfeilern an deräufsern Seite waren Thören und Fenster angebracht, die man nach derWitterung bald offen hielt bald schlofs. Die Vertiefungen zwischen den in-nern Pfeilern mochten theils zu Sitzen, theils für Statuen dienen. Denlänglichen Raum B halten wir für den Uebungsplatz—Xystus — der Rin-ger und Pancratiasten, und den Saal C für das Ephebeum, wo sich die Ju-gend übte. Die Räume cid lassen sich als die Entkleidungszimmer — Apo-dyteria —, die mit e e bezeichneten als die Staubkammern —Conisteria —,und die Räume ff als die Salbenzimmer — Elaeothesia — ansehen. In demkleinern Raume E war ohne Zweifel die Anstalt für die Feuerung: und soläfst sich der Raum h als den Saal für das warme Bad, der Raum I fürden überwölbten Schwitzsaal — Concamerata Sudatio — und der kleinereRaum i als eine Art Lakonikum, ferner die P».äume gg als die Säle für daslaue und das kalte Bad, und der längliche Raum k als den Schwimmteichbetrachten.
Hiebei bleibt zu bemerken: dafs in der Nähe von dem Ruin diesesGymnasiums noch die Ueberreste des Stadiums zu sehen sind, als der Ortfür die Kampfarten, welche man nur im Freien üben konnte. Eine solcheetwas dürftige und beengte Anlage des Gymnasium zu Ephesus scheint nochaus jener frühem Zeit zu seyn, wo dergleichen Baue noch nicht in jenemUmfange und mit jenen Verfeinerungen geführt wurden, wie späterhin un-ter den Griechen, und dann besonders bei den Römern.
§. 14. Wir gehen jetzt zur Betrachtung der umfassenden Gebäudeüber, die seit dem Anfänge des Kaiserthums in Rom unter dem Namen derThermen bekannt wurden, und durch deren prachtvolle Einrichtung meh-rere Kaiser bis auf Constantin die Gunst des Volkes sich zu erwerbensuchten.
Gerade zur Zeit, wo Vitruv schrieb, die Palaestren wären nichtItalischer Sitte, führte M. Agrippa den ersten Prachtbau dieser Art, dasPantheon gleichsam als Vorhaus an dessen Stirne setzend. Nero folgte,seine Thermen ir der Nähe von denen des Agrippa gleichfalls auf demMarsfeld erbauend, welche später Alexander Severus erneuerte und er-weiterte, so wie früher Hadrian sich durch die Wiederherstellung der