Die Gymnasien y die Bäder, und Thermenz$5
Von dem Vorsaale durch die Entkleidungsräume einwärts, tritt manin dem Mittelpunkte in den Hauptsaal, der von den Uebungen der Jugendallda dasEphebeum hiefs. Rechts und links finden sich Zwischensäle, manch-mal, wie es scheint, für das Ballspiel bestimmt, wie in den Thermen desAgrippa und des Nero . Dann kommen ferner rechts und links die Säu-lengänge, die gewöhnlich im länglichen Viereck einen freien Hof einschlie*fsen. Hier waren die Uebungsorte für die Athleten, die Ringer und Pan-cratiasten nämlich. Nach Vitruv heifsen solche Säulengänge Xysti, unddie Höfe, auf denen sie sich bei guter Witterung im Freien übten, ersetz-ten die Paradromidae der Vitruvschen Falaestra.
Auf dem Rücken des Ephebeum war gewöhnlich im Freien die An-lage des grofsen Schwimmteiches, an den Seiten hiq mit bedeckten Gängenund Sitzen umgeben. Die Badesäle pflegen ihre Richtung immer nachAbend, oder Südwest, seltener nach Nordwest zu haben. Der grofse Zen-tralbau für die Uebungen und das Baden war dann gewöhnlich an drei,oder auch an allen vier Seiten mit einem bedeutend grofsen Felde umge-ben, und dieses wieder nach allen Seiten mit andern Bauen eingeschlossen.Die Felder waren in der Mitte mit Platanengängen bepflanzt, und an denMauern des Zentralbaues hin scheinen jene Uebungen statt gehabt zu ha-ben , die sich im Bedeckten nicht machen liefsen, und wofür bei der Pa-laestra der Griechen das Stadium diente.
Die baulichen Anlagen aber, welche äufserlich das Ganze umschlos-sen, scheinen ausschliefslich das geistige Leben zum Endzweck gehabt zuhaben. Allda kommen Säulenhallen, gröfsere und kleinere Versammlung^-orte vor, theils in viereckiger, theils in halbrunder Form. Denn, wie inAthen , sammelten sich jetzt zu Rom in den Thermen, die Philosophen al-ler Sekten, Rhetoren, Poeten, und die Freunde jeder Wissenschaft. Selbstweitläufige Exedren in Theater form kommen vor, hauptsächlich wie esscheint, für die Uebimgen im Tanz, in Mimik und Tonkunst. Eibliothe-ken für Lesende und Studirende wurden allda aufgestellt, wenigstens in ei-nigen, wie in den Thermen Diocletians. Schon Seneca sagt (de Tranquill.p. 138 )» dafs man es als eine nothwendige Zierde ansehe, zwischen denBadesälen und Thermen — inter Balnea etThermas — Bibliotheken zu haben.
Dafs die Gymnasien und Bäder unter dem Schutz der Götter standen,und ihnen daher Altäre, Statuen und Heiligthümer errichtet wurden, istdurch viele Beispiele bekannt. Das Lyceum in Athen hatte seinen Namen