Die Gymnasien, die Bäder und Thermen. 259
theatralischer Raum für die Uebungen in Tanz und Mimik. O O die Trep-pen , um vom Abhange des Esquilin auf die Ebene der Thermen zu steigen.PP Andeutungen der Substructionen, welche den obern Plan stützen.
Hier war nämlich der Berg abschüssig, und erforderte bedeutendgrofse Unterwölbungen. Diese gewölbten Räume, obwohl mannigfaltig mitFarben und Stuccowerk decorirt, hatten für die Thermen selbst keinenZweck. Nur als Kellerräume und Magazine konnten sie dienen; und wahr-scheinlich wurden allda die Rüstzeuge und Decorationen aufbewahrt, wel-che man bei den mannigfaltigen Spielen des Amphitheaters gebrauchte.
Anliegend an den Thermen des Titus war der grofse Wasserbehäl-ter, der sich unter dem Namen der Nove Sale erhalten hat, und dessenGrundrifs wir in Fig. VIII. geben. Die Fig. IX. und X. stellen ähnlicheWasserbehälter vor. Die Thermen bedurften besonders einer grofsen MengeWassers. In Rücksicht der Kunstwerke, welche die Thermen des Tituszierten, genügt es anzugeben, dafs man in denselben die berühmte GruppeLaokoons entdeckte.
§. 19. In Fig. IV. sehen wir die Thermen des Caracalla, - die inihren Mauern noch am besten erhalten sind, und einen Umfang und eineGrofse der Massen darstellen, dafs selbst die von Diocletian dagegen zu-rückstehen.
A das Vorhaus. BB die Kleiderräume. CDEF die Säle für dasBedürfnifs der Bäder. (la die Feuerung, bb Salbenräume, cc Staubkam-mern. G das Ephebeum. gg Ruheplätze. KIL Xysti mit Säulengängenund Exedren. dd Räume für die Wärter und Aufseher. H der grofseSchwimmteich, et Nebengänge, und ff Ruheplätze. XX das Feld für diePlatanenpflanzung. M das Theater: mit IV Substructionen gegen ein erhöh-tes Erdreich. O O kleine und gröfsere Räume für gelehrte Zusammenkünfte.P die gröfseren Exedrae. Q tempelartige Räume. R Hörsäle. S Biblio-theken. T eine Reihe tiefer liegender Gewölbe für gemeinere Bäder. Vdarüber Andeutung des Säulenganges, nach der neuen Strafse — Via nova
— hinsehend, welche auch von Caracalla angelegt, und eine der schön-sten von Rom war. Erst Alexander Severus endigte sie (Lamprid. inHeliog. c. 17.). h h kleinere Räume für Wärter.
Diese Thermen waren berühmt wegen der Ueberwölbung eines Saa-les in so geringer Kurve, dafs er von dieser Form der sohlenartige Saal
— Cella Solearis — liiefs.
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