Band 
Dritter Band.
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VI. Abschnitt.'

Spätere Architekten und Mechaniker bewunderten das Werk, indemdie Erstem behaupteten, dafs die Wölbung sich nur vermittelst eines erze-nen Rostes tragen könne« Die Mechaniker waren aber der Meinung, dafsauch auf solche Weise ein so weiter Raum nicht überwölbt seyn könne.Die Zeit hat gezeigt, dafs Letztere Recht hatten. Alle Wölbungen an die-sem weitläufigen Gebäude sind nämlich Gufswerk, wozu man aber nichtdie gewöhnlichen Bruchsteine in Tuf gebrauchte, .sondern den Bimsstein,welcher den Gewölben eine Cohäsion und eine Leichtigkeit gab, dafs derDruck auf die Mauern im Verhältnifs anderer Gewölbe nur sehr gering war.Dies scheinen die Künstler hundert Jahre nach dem Bau nicht mehr ge-wufst zu haben. Die Ruinen enthüllen uns jetzt das Geheimnifs. Wahr-scheinlich war dieser bewunderte Saal der Schwimmteich H.

In Rücksicht der Pracht und der Zierden dieser Thermen erinnernwir blofs, dafs unter den Bildwerken der Hercules, die Flora und der ToroFarnese, die beiden grofsen Granitwannen, die jetzt den Platz Farnese zie-ren, und die mächtige Granitsäule, jetzt auf dem Platze Trinitä in Florenz errichtet, allda gefunden wurden. Letztere w r ar eine der acht Säulen, wel-che die Kreuzwölbung des Ephebeum stützten.

§. 20. In Fig. V. kommen die Thermen vor, welche bei Palladiounter dem Namen Vespasians bekannt sind. Allein dieser Kaiser bautekeine Thermen. Die Ruinen, jetzt gänzlich verschwunden, lagen ehedemin der Gegend von der Kirche S. Martino auf dem Esquilin . Andere habendieselben auch als die Suranischen Thermen Trajans ansehen wollen. Al-lein die Anlage zeigt sich zu gering, um ein Werk der schönen Zeit desprachtliebenden Trajan, und seines grofsen Architekten Apollodorus zuseyn. Wahrscheinlicher waren es die Thermen,welche nach PubliusVictor der Kaiser Philippus in der dritten Region erbaute. In solchenZeiten des Verfalles, und bei dem schnellen Wechsel der Regenten läfstsich ihre geringere Anlage leichter begreifen.

AA zur Rechten und Linken des Einganges stellen sich zwei ansehn-liche Versammlungssäle dar: aa mit Wohnungen für die Wärter. UIRäume,die Kleider abzulegen. CDEF die Säle für das Bedürfnis der Bäder. £ dieFeuerung. G das Ephebeum: cc mit den Exedern hiezu. IIH Höfe mitArkaden umher für die Ringer und Pancratiasten Xysti. dd Ruhe-plätze, wahrscheinlich gegen den Schwimmteich gerichtet, der an dieserSeite lag. K Feld mit der Platanenpflanzung. L Treppenanlage, welche