Band 
Dritter Band.
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Die Wohngebäude. 26g

Schriften; er bezeichnet 3a und dort das Uebliche und Herkömmliche, undbestimmt nur selten und nur von einzelnen Abtheilungen die Einrichtun-gen, und die nähern Verhältnisse. Kurz wir lernen von ihm mehr dieTheile, als ein Ganzes kennen.

Im ersten Kapitel macht er auf die Verschiedenheit des Clima auf-merksam. In nördlichen Gegenden sollen die Wohngebäude mit Balkenwerkeingedeckt, sorgfältig verwahrt, und der rauhen Witterung so wenig, wiemöglich, zugänglich seyn. In Rücksicht der Lage seyen sie gegen die war-mem Himmelsgegenden zu stellen. In den wärmern Himmelsstrichen da-gegen seyen die Wohngebäude geräumiger einzurichten, und ihre Stellunggegen Nord und Nordost vorzuziehen.

Im zweiten Kapitel empfiehlt der Autor die Sorgsamkeit auf guteVerhältnisse, und wie man dieselben nach den Umständen durch Vergröfse-rung oder Verminderung gewisser Theile abzuändern habe, damit die guteWirkung nicht verfehlt werde. Anders erschienen dem Auge die Gegen-stände im Aeufsern, als in dem Geschlossenen, anders in der Höhe, als inder Nahe. Sey einmal die Gröfse in Länge und Breite bestimmt; so müsseman die übrigen Verhältnisse darnach so einrichten, wie das gute Ansehenes verlange. Ueberhaupt vergifst Vitruv nie die Aufmerksamkeit auf dieoptischen Gesetze einzuschärfen; indem die hohem Verfeinerungen derKunst aus denselben hauptsächlich hervorgingen.

Im dritten Kapitel geht der Autor von dem Allgemeinen auf das Be-sondere über. Er giebt die Einrichtung der verschiedenen Gattungen vonHöfen an, bestimmt die verschiedenen Verhältnisse der Atrien, und nachdiesen die der Flügel, der Archive und Durchgänge. Das Gleiche thut erin Hinsicht der Peristylien, der Speisesäle, der Gesellschaftssäle, der Bilder-&ale und der Wohnzimmer. Näher bestimmt er dann die Verhältnisse derim Quadrat angelegten Efssäle, so wie die eigenthümliche Einrichtung derCorinthischen, Aegyptischen und Cyzicenischen Speisesäle.

Im vierten Kapitel macht er aufmerksam auf die Himmelsgegenden,nach welchen die Theile eines Hauses ihres Gebrauches wegen za stellensind. Die winterlichen Speisesäle und Bäder sollen gegen den Winter-Son-nenuntergang sehen, die Arheits- und Schlafzimmer, die Bibliotheken, unddie Frühlings- und Herbst-Speisesäle nach dem Aufgang; die Sommerspeise-k säle aber, die Bildersäle, und die Werkstätte der Kunstweber und Mahlernach Mitternacht.