Die Wohngebäude. 279
sälen — Trlclinia — angegeben ist, aber wegen der darin aufzustellendenSäulen sind sie in gröfserm Umfange anzulegen. Zwischen den Corinthi-schen und Aegyptischen findet sich der Unterschied: die Corinthischen ha-ben eine einfache Reihe Säulen, entweder auf einem fortlaufenden Sockel,oder auf dem Fufsboden stehend, und darüber das Gebälke und das Kranz-gesimse von Holzarbeit oder Weifswerk. Hierauf kommt dann die nachdem Zirkelschnitt gebogene Decke zu liegen j in den Aegyptischen aberwerden die Säulen mit dem Hauptbalken verbunden, und darüber ist vonden Hauptbalken bis zu den Wänden ganz umher ein Deckenwerk zu ma-chen, und dann über der Yerdielung ein Estrichfufsboden zu legen, umdarauf einen Umgang zu haben» Dann sind über dem Gebälke lothrechtüber den untern Säulen andere Säulen aufzustellen, die um ein Viertel klei-ner als die untern sind. Ueber diese kommt wieder das Gebälk und derKranz zu liegen, und dann die mit viereckigen Vertiefungen — Lacunaria— gezierte Decke. In den Mauern werden Fenster angebracht, welche mitden Zwischenweiten [der obern Säulenstellung correspondiren. Dergestalterhält der Aegyptische Speisesaal das Ansehen einer Easilica, und nicht daseines Corinthischen Speisesaals.“ •., v ^,
„Es giebt aber auch eine Art Speisesaal, die, in Italien herkömmlichist, und welche die Griechen die Cyzicenische nennen. Ihre Lage ist nachNorden, wo möglich mit der Aussicht nach dem Grünen, und mit derThürein der Mitte. Sie werden so lang und breit angelegt, dafs füglich zweiTischreihen — Triclinia — eine der andern gegenüber, und mit den nö-thigen Umgängen, gestellt werden können. Rechts und links sind die Fen-ster gleich den Thüren, bis auf den Fufsboden herabgehend, damit die Gästevon ihren Lagern durch die Fenster nach dem Grünen sehen können. Zuder Höhe derselben nimmt man anderthalbmal ihre Breite. Ueberhauptmufs man in den genannten Abtheilungen alle Verhältnisse gehörig berück-sichtigen, wenn die Lokalität kein Hindernifs giebt. Auch wird die guteBeleuchtung keine Schwierigkeit haben, wenn die Mauern der Nachbarhäu-ser durch ihre Höhe das Licht nicht benehmen. Treten aber irgend aufeine Weise, sey es durch Enge, oder andere Umstände, Hindernisse ein, somufs der Geist und der Scharfsinn dahin arbeiten, durch Vergröfserungoder Verminderung der Maafsverhältnisse es dahin zu bringen, dafs die Ab-weichung von den wahren Verhältnissen die gute Wirkung nicht störe,“
§, 10, Zu dem Vorstehenden haben wir zu bemerken: