Band 
Dritter Band.
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Vl /. Abschnitt.

2Q0

1. Dafs das Wort Triclimum bei Vitruv 211 mehrern Bedeutungenvorkommt, Bald heilst es ein Speisesaal überhaupt ohne Beziehung aufeine bestimmte Form und Benennung; dann aber scheint kurzweg jederSpeisesaal von länglicher Form, in dem keine Säulenstellung oder sonst einebesondere Einrichtung vorkam , Triclinium geheifsen zu haben. Fernerscheint das Wort wieder nicht den Speisesaal selbst, sondern nur die indemselben aufgestellten Tische anzudeuten.

2. Ist es bemerkenswert!!, wie viel Arten von Speisesälen unter ver-schiedenen Benennungen Vorkommen. Aufser den langeckigen und kurzwegsogenannten Tiiclinien, gab es quadrate, viersäulige, Corinthische, Aegypti-sche und Cyzicenische Speisesäle, gewöhnlich unter dem viel bedeutendenGriechischen Namen Oecus. Da es nun bei den Grofsen Sitte war, nachden verschiedenen Jahreszeiten die Speisesäle zu wechseln, (welche deswegennach verschiedenen Himmelsgegenden angelegt wurden), so ersieht manleicht, dafs in einem und demselben Hause mehrere von den genanntenArten von Speisesälen zugleich Vorkommen mufsten.

Die Speisesäle hatten aber ihre Benennung nicht blofs von ihremBau, und ihrer mnern Einrichtung. Lucullus speiste mit Pompe jus undCicero im Apollosaal (Plut. in Lucull. 0.39-41-) wahrscheinlich so ge-nannt von einer Statue dieses Gottes, der mehr prachtvoll und schön alsumfassend seyn mochte, da der Herr des Hauses mit seinen zwei unerwar-teten Gästen darin allein speisete. Ich würde hier gern an die runde Formdenken, aber man liest nicht, dafs diese Form für Speisesäle je üblich ge-wesen sey.

Wahrscheinlich war der sechzig Lager fassende Saal, von welchemder Palast des Agathocl.es den Namen erhielt, auch ein Speisesaal (Diod.16, 85 -)> Doch dieser war später noch weit übertrofFen. Her ödes derGrofse hatte in seinem Palaste zu Jerusalem zwei Speisesäle, jeder von 100Lagern, von denen der eine zu Ehren des Augustus Caesarium, undder andere zu Ehren des M. Agrippa Agrippium hiefs (Gesch. der BaukII. p. 504.), Einen Speisesaal in Cyzicenischer Art beschreibt Piin i us (Es, 17.) in seiner Laurentinisehen Villa mit den Aussichten auf das vorliegende Meer.

In Rücksicht des Textes habe ich nichts zu erinnern, als dafs ichda, wo von dem Aegyptischen Saale die Rede ist, Super id anstatt Sub diolese. An solcher Stelle läfst sich kein Umgang unter freiem Himmel denken.

§ 11.