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thümlichcn Stoff/ welcher auf unbekannte Art sich erzeugt,in der Luft sich ausbreitet oder in angesteckten Körpern aufsNeue sich immer wieder erzeugt, und durch die Ausdünstung,bei der Berührung oder auch bloßen Annäherung, Andernsich mittheilt. Der Ansteckungssioff hängt sich auch an leb-lose Körper, Briefe, Haare, Baumwolle, Hanf rc., undwird häufig durch dergleichen in andere Länder fortgeschleppt.
In frühern Jahrhunderten waren pestartige Krankheitenin Europa häufiger als in neuern Zeiten: weil sowohl dieLebensordnung vernünftiger, als auch durch Austrockuung desBodens, durch Verhütung von Sümpfen und Überschwemmun-gen die Luft verbessert, durch zweckmäßigere Bauart, durchAuflüftung und größere Reinlichkeit die Entstehung der Krank-heiten verhindert worden, und weil man durch zeitige Grenz-sperre u. a. zweckmäßige Verordnungen die Einwanderungderselben verhütet hat.
Im I. 1668, 1690, 1735 und 1783 — regierte hierdie rothe Ruhr.
Im Sommer 1832 sind durch einen hiesigen Militär dieKindsblattern von Herzogenbuchsee in das Dorf geschlepptworden; 70 Personen (die alle nicht geimpft waren) sinddaran erkrankt, und io davon gestorben.
In folgenden Jahren wüthete die Pest: 254, 801,
988, 1044, 1046, 1062, 1092, 1094, 1157, 1314, 1336,
1349, 1366,1434, 1439, 1450, 1493, 1519, 1520, 1525,
1526, 1543, 1551, 1552, 1553, 1564, 1565, 1576, 1597,
1609, 1610, 1611, 1612, 1628, 1667, 1752, 1814.
Die Pest, welche im I. 1349 wüthete, war so fürch-terlich, daß der 3. oder 4. Theil des Menschengeschlechtsvertilgt wurde. In Basel allein starben in kurzer Zeiti4,ooo Menschen. Ganze Städte sah man veröden. DieserPest waren fürchterliche Erdbeben vorhergegangen, die vieleStädte, Dörfer und Burgen zertrümmerten, hin und wiederherrschte große WasserSnoth; wilde Thiere, Hunger, ver-heerende Heuschrecken hatten die Menschen schon lange zuvorals Vorboten der Noth geschreckt; und als nun die Pestselbst ausbrach, glaubte man, Gott habe beschlossen, dasMenschengeschlecht zu vertilgen. Viele glaubten, die Juden