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Roggwyler-Chronik oder historisch-topographisch-statistische Beschreibung von Roggwyl, im Ober-Aargau, Amts Aarwangen, Cantons Bern / bearbeitet und herausgegeben von Johannes Glur
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305
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XI

Schul-Chronik

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Dre Landschulen smd spätern Ursprungs als dre Stadt,und Klosterschulen. In der vorchristlichen Zeit wuchsen dieLandlcute ohne andern als väterlichen oder Familien-Unter-richt auf. Erst seit der Einführung des Christenthums, dadie Dörfer eigene Pfarrer erhielten, fingen diese an, fichmit dem Unterricht der Jugend zu beschäftigen. Schon durchKaiser Carl dem Großen, im I. 789, wurde den Pfarrerender Unterricht des Landvolks im Lesen, Schreiben, Lateinund Kirchengesang zur Pflicht gemacht. Später bei demVerfall des Christenthums wurde aber der Unterricht ganz.lieh vernachläßiget, und eS genügte, zum Genuß des heiligenAbendmahls einzig das christliche GlaubenS-Bekenntniß noth-dürftig auswendig zu kennen. Die Reformation hob denUnterricht überhaupt und auch die Landschulen aufS Reue.Jetzt kamen gedruckte ABC-Bücher, CatechiSmen und Bibelnin die Hände der Landjugend, auch daö Schreiben wurdegelehrt. Jedoch serbelte überhaupt noch derLandschulunter-richt Mangels tüchtiger Lehrer, gehöriger Aufsicht und Lei.tung des Schulwesens, bis in die Mitte des 18. Jahrh.

So wurde ehemals das Landvolk schlecht oder garnichtunterrichtet. Selbst nach der Reformation blieben vieleOrte lange noch ohne Schulen. Die Schullehrer waren un.wissend und ungeschickt, die Pfarrer selbst häufig ungelehrt, unddie Regierung trieb auch nicht am bessern Unterricht des Land-volks, theils weil sie selbst den Unterricht noch nicht zu schätzenwußte, theils weil es leichter schien, ein unwissendes undunbeholfenes Volk zu regieren; nützliche und belehrende Bücherund Zeitungen mangelten ganz; der Gcwerb- und Handels-stand war gedrückt, wodurch das Volk zum Nachdenken auf-geregt, und das Bedürfniß nützlicher Kenntnisse fühlen ge-lernt hätte. BiS auf die jetzige Zeit beschränkte fich dermeistens geistlose, blos mechanische Schulunterricht einzig aufdie Religionskenntniß (und damit die Kinder tüchtig mirAuswendiglernen geplagt); dabei wurde noch nothdürftig

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