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Dritter Hauptteil, Die Schweizeralpen.
Mineralquellen von St. Moritz z. B. treten aus dem Grenzgebiet der Bernina-D. undder Languard-D., die Unterengadiner alle im Engadinerfenster auf. Nach unten istin beiden Fällen A b s c h 1 u ß durch noch viel tiefere Dn. vorhanden. Wederunterliegende tiefere Dn. noch gar Magmaherde könnten einen intensiven Einflußdurch Spalten oder Überschiebungsflächen auf diese Quellen ausüben, ohne ihnenzugleich hochthermalen Charakter zu geben. Die alte Meinung von Gümbel,die Engadinerquellen entstammten einer Längstalspalte, kann durch nichts begründetwerden. Er schloß von den Quellen auf die Spalte. Sowohl aus den tiefenTemperaturen als auch aus der starken chemischen Verschiedenheit der einzelnenQuellen selbst bei geringen Abständen, ergibt sich, daß bei ihrer Entstehung undMineralisierung nicht große allgemeine Ursachen, wie „Tiefenexhalationen auf tek-tonischen Linien“ oder „aus Intrusionsherden“ mitspielen, sondern der lokaleGesteinschemismus in nicht sehr großer Tiefe die wesentliche Grund-lage bietet. Es bleibt nur die Möglichkeit yadoser Abkunft (Sickerwasser und Che-mismus des durchsickerten Gesteines). Tatsächlich enthalten die Schiefergesteineund ihre Nachbarn (alte Intrusiva und Trias) alle nötigen Substanzen und alle Mög-lichkeiten zur Umsetzung und Lösung derselben durch Verwitterungsvorgänge. Imbesonderen liefert der durch den Sauerstoffgehalt des Sickerwassers oxydierte, fastimmer reichliche Pyrit der Schiefer die Schwefelsäure, welche unter Befreiung vonKohlensäure die Sulfate bildet. Unter hydrostatischem Druck sättigen sich dieWasseradern mit Kohlensäure und vermitteln die Lösung von Carbonaten. Dievielen Effloreszenzen von Salzen, besonders Sulfaten im Schiefergebirge Graubündens stehen mit diesen Vorgängen in bestätigendem Zusammenhänge. Nußberger(Jahresber. n. G. Graub. 1899) hat bei Gelegenheit seiner Analysen von Mineral-quellen und Gesteinen diese seit 7 ° Jahren von vielen gehegte Auffassung abermalsbestätigt und weiter ausgeführt. Es dürfte uns nun auch nicht verwundern, wennspätere genaue Analysen vielfach kleine Veränderungen in der Zusammensetzung derQuellen im Laufe der Zeit aufdecken würden.
Nicht eine der Graubündner Mineralquellen wird fortlaufend (z. B. während 20 Jahren all-wöchentlich nach Ertrag, Temperatur und Mineralisation) genau beobachtet, so daß wir über derenVerhalten ausreichend unterrichtet wären, um Einsicht in ihr Regime zu gewinnen.
Nachstehend folgen einige Auszüge aus den chemischen Analysen der bedeutendsten Grau-bündnischen Mineralquellen (für ganze Analysen fehlt uns der Raum; es sei nochmals 'auf das ein-gangs zitierte Buch von Nußberger verwiesen). — In 10000 g Wasser sind enthalten:
Ulrichsqu.V. Sinestra
St. M
Paracelsus
oritz
Funtauna
surpunt
Pass
Theophil
ugg
Ulricus
Tarasp
Bonifazius
St. Bernar-dino
Na
9,17
2,17
0,81
5.15
20,42
4,76
0,16
Ca
5.24
3.51
2,8
3.3
2,06
8,14
7,15
Mg
0,86
o.39
0,41
0,64
1,09
1,02
0,75
Fe
0,10
0,14
0,18
0,01
0,12
0,09
0,12
CI
7: J 4
0,28
0,12
1,12
4,96
0,24
0,04
so 3
3,03
G95
2,34
1,08
1,44
1,98
11,98
BO,
1,00
0,03
0,01
0,02
0,08
—
—
AsÖ 3
0,05
Sp.
—
Sp.
—
—
—
C0 2 gebunden
CO a frei u. halb-
13.97
7,64
11,75
27,73
19,89
5,30
gebunden in cm 3
16718
20858
18350
20965
22060
17333
9954
Temperatur
8.3
4.5
7,0
5,0
8,25
8,8
8,25