IV
Vorrede.
schloffen geholten, der gleichförmigen Richtung des Hoch-gebirgs; oder es sind kühn aufgethürmte Pyramiden und es-lossale Gebirgsstöcke, durch schmale Joche verbunden, in ihrenFormen schon den Eisgebirgen selbst sich nähernd; überalleckichte Ustiriffe und scharfe Kanten, überall die Vegetations-decke durch Felsen, tiefe Risse und Trümmerhalden ver-letzt, das nackte Gestein meist die höchsten Gipfel bildend;ein wilderes Aussehen, eine mit Grau gemischte Violetfarbeund größere Höhe unterscheiden diese Gebirge von den ihnenvorliegenden Bergreihen. — Hoch über dieß mannigfaltigeGewirr von Hügeln, GebirgSzügen und Felsgruppen erhebensich endlich, gleichsam einer andern Welt angehörend, diemit Schnee bedeckten Hochalpen, der mächtige Wall, der denSüden vom Norden scheidet. Leichte, edle Formen mildernden Eindruck der ungeheuren Massen, und eine ewige Eis-decke, deren Gletscher bis in die Thalgründe hinunterhängen,umhüllt wohlthätig den nackten, wild zerrißnen Fels und seineschauervollen Spalten.
Wie die Figur des Krystalls durch die Mischung seinerBestandtheile bedingt wird, so die Form der Gebirge durchihre Steinart und ihre innere Struemr. Sanft gerundeteHügel, in deren Abhänge jeder kleine Bach sich- ein Bettgräbt, deuten auf leicht zerstörbare Sand - und Mergelmassen,steil und gleichförmig ansteigende Thalwände auf stark ge-neigte, festere Schichten, nackte Felsen und Armuth der Ve-getation auf dichtes Gestein mit glatter Oberfläche, das keineWurzel aufnimmt und keine Dammerde zurückhält. Daherbezeichnet auch im Alpengebirge der Wechsel der Formeneinen Wechsel der Steinart, und der geübte Geognoft kanndieselbe und ihre Schichtenlage oft aus der Ferne schon er-rathen H.
H Reiche Belehrung über das Verhältniß der GebirgSformen zurStcinart enthalt die neueste Arbeit meines Hochverehrten, be-rühmten Lehrers, Hm. Hofr. HauSmann: „Die Flötzgebilde