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Beyträge zu einer Monographie der Molasse, oder geognostische Untersuchungen über die Steinarten und Petrefacten, die zwischen den Alpen und dem Jura gefunden werden : mit besonderer Rücksicht auf den Canton Bern und die angrenzenden Theile von Freyburg, Luzern und Solothurn / von B. Studer
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Grenzen der Molaffe - Formation.Erster Abschnitt.

Grenzen der Molasse - Formation.

I. Südliche Grenze.

Noch ist im Innern der Alpen , d. h. hinter den nörd-lichsten Kalkgebirgen niemals eine Gebirgsart gefunden wor-den, welche mit gut charakteristrter Molasse verglichen wer-den könnte. Nicht einmal an den Abhängen, oder im Grundder Thäler, welche jene Gebirge durchbrechen, hat dieselbehineinzubringen vermocht, sondern sobald man, im Ansteigendieser Thäler, zu Kalkfelsen kommt, so ist man auch sicherfortan keine Molasse mehr zu sehn.

Diese höchst merkwürdige und, so viel mir bekannt ist,in der ganzen Ausdehnung der Alpenkette keine Ausnahmeleidende Thatsache, verbreitet, auch ganz isolirt, schon viel Lichtüber die Natur und Entstehung dieser Gebirgsart. Wie unddurch welches Medium dieselbe gebildet worden seyn mag, eSmuß dieses Medium nothwendig nur ausserhalb der Kalk-kette gewirkt, oder doch die Materialien, aus denen es dieMolaffe zusammensetzte, nur ausserhalb derselben gefundenhaben. Denn die Annahme, es seyen im Innern der Alpendie früher vorhandenen Molaffelager durch die Bergströmeund Bergwasser weggeschwemmt worden, würde die Allge-meinheit des Phänomens lange nicht zureichend erklären,und man könnte umgekehrt denjenigen, der sie uns entgegen-siellte, fragen, warum denn in den innern Jurathälern,warum in vielen wilden Thälern hierwärts der Kalkalpen die Molaffe liegen geblieben?

Der Kalk der äusserstem Kette scheint nicht durchgehendSderselben Formation anzugehören, es ist hier aber nicht derDrr über diese Verschiedenheiten einzutreten. Wir werdendiesen Kalk, sey es nun UebergangSkalk, oder Zechstein , oder