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II. Cap. Zweyter Abschnitt.
Die Nagelfluh, immer mit den nämlichen Geröllen, hält anbis etwa eine halbe Stunde nördlich von Urnäsch; hin undwieder, z. B. an dem Hügel südlich von Urnäsch, ist ihr einharter, meist grobkörniger Sandstein eingelagert, der nurdas von Geröllen entblöSte Bindmittel zu seyn scheint. Inder Gegend der Brücke, die nach Hundwyl führt, folgt abernun schiefrige feste Molasse, wie die Nagelfluh südlich fallendund dieselbe also unterteufend; erst hier geht demnach das tie-fere Sandsteingebilde zu Tage, das ich in Gerstengschwendaufsuchte.
Da6 Anstehende wird von da an eine beträchtliche StreckeWeges durch Vegetation bedeckt; das sanfte Verflächen derHügel und ihre runden Formen deuten auf Molasse. BeyHundwyl, in den tiefen Tobeln der Urnäsch, findet man dieMolasse emblöst, mit grauem und buntem Mergel wechselnd, .in ausgedehnten Felsen und mit regelmäßig nördlichem Fallen, junter einem Winkel von ungefähr 30°. Ob das südliche Fallen !durch Umbiegung in das nördliche übergehe, was das wahr-scheinlichste ist, läßt sich hier nicht ausmachen. Bey den zweyBrucken , wo die Gitter fich mit der Urnäsch vereinigt, be-stehen die senkrechten nackten Wände des tiefen Tobels aus ge-meiner Molasse und grauem Mergel, welche Nagelfluhnesterumschliessen, die fich nach allen Seiten auSkeilen und auchdie Molasse in fie eingreiffen lassen. Das Fallen bleibt immernördlich. Diese Einlagerungen von Nagelfluh find auch umSt. Gallen herum noch sehr häufig; fie zeigen fich au den stei-. len Abhängen bey der großen Sitterbrücke, wo die Molasse,ausser dem grauen, auch bunten Mergel aufnimmt; in demkleinen Tobel an der südwestlichen Ecke der Stadt; bey St-Geörgen; an dem Muschetberg u. s. w. Die Gerölle find zumTheil dieselben wie hinter Urnäsch, Kalkarten, Sernfter-Conglomerat, rother Granit, aber in andern Verhältnissen.
Die Kalkarten treten mehr zurück und die KieselgebirgSartenwerden vorherrschend; es mengen fich in starkem Verhältniß