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IV. Capitel.
Für nicht besser begründet muß ich die Trennung eineraus derselben GebirgSart bestehenden Lagerfolge in mehrereFormationen, wegen Verschiedenheit der Petrefacten, halten,denn zugegeben auch/ daß z. B. Süßwasserschnecken nicht ausdem gleichen Medium abgesetzt werden konnten, als Meer-conchylien, so frügt es sich immer noch, ob die Verschieden-heit der Medien fich auch auf den Boden ausdehne, d. h., obdiesen selbst auch Product derselben, oder nur ihr Träger ge-wesen sey; eö frägt sich, ob nicht vielleicht die spätern Me-dien den schon gebildeten Boden nur von neuem durcheinandergeworfen, und um nichts, alö um die Schalen ihrer Con-chylien vermehrt haben; es ist sogar denkbar, daß gar keinesder verschiedenen Medien, die Spuren ihrer Bewohner zurück-gelassen, den kleinsten Antheil an der Erzeugung dieses Bodensgenommen habe.
Wenn je so finden diese Bemerkungen ihre Anwendungin der Formation der Molasse, deren Zusammenhalt in vielenihrer Glieder so gering ist, daß man mit Zuversicht anneh-men kann, daß unter Meeres - oder überhaupt unter Wasser-bedeckung, jede Strömung und jede bis auf den Grund rei-chende Bewegung große Massen derselben umhcrwälzen, unddie Beschaffenheit des Grundes sehr bedeutend verändern mußte.Hatten fich an einer Stelle die im Sand lebenden Conchylienangesetzt, und eine Zeit lang ruhig fortgepflanzt, so wurdenfie bey vermehrter Unruhe der Gewässer unter eine Sandschichtbegraben; auf dieser entwickelten fich neue Generationen, diespäter dasselbe Schicksal erlitten; eine allgemeinere Umwäl-zung veränderte vielleicht die Natur des Wassers selbst, dasMeer wurde ein Süßwasser-See; oder die Fluchen fandenplötzlich einen Abfluß und es entstand trocknes Land, es keim-ten Pflanzen, und eine neue Tbierwelt erfreute fich ihres Da-seyns, bis eine Rückkehr der Gewässer auch diesem Leben einEnde machte, und seine Erzeugnisse mit Sand bedeckte. Esist leicht möglich, daß alle diese Veränberungen den Boden