Buch 
Entstehung
Seite
125
JPEG-Download
 

rende was neues und ſeltſames haben. Wir verwunderen unsDoreab denen Brunnen/ welche allezeit in unſeren Statten/ Flecken/

orfferen und Gaͤrten/ zu unſers Lebens Nohtwendigkeit oder zuruſtbarkeit/ ſpringen und fieſſen/ wol aber uber allerhand Kunſt-

zunnen/ welche durch der Menſchen Fleiß alſo angeordnet werden/101 ſſe nur zu gewiſſen Zeiten oder Minuten lauffen und einsmalsdieederum aufhören. Dergleichen Kunſtwerk ſpielet die Natur auch;f agentlichen Urſachen ſind zwahr hier und dort gleich/ bey der Na-

k aber verborgener/ weilen die eigentliche Groͤſſe/ und Geſtaltſame derunterirꝛdiſchen? aſſer⸗Gehalteren und Gaͤngen uns verborgen. Damuß ein fleiſſiger Natur⸗Forſcher durch genaue Beobachtung deſſen/was ſich zutragt/ und ſcharffes nachſinnen/ erſetzen das/ was er nichtſehen kan. Es beſchreibet Plinius der altere L. II. c. 103. verſchiedeneergleichen Waſſer. Ich wil nur eines einigen gedenken/ welches nichtſo gar weit von unſeren Schweitzeriſchen Graͤnzen abſtehet. In Co-menſi, ſagt Plinius , juxta Larium Lacum, fons largus, horis ſingu-lis ſemper intumeſcit ac reſidet. In der Chumer Landſchafft/nebſt dem Chumer⸗See/ iſt ein Waſſerꝛeicher Brunn/der nur zu Stunden um flieſſet. Eine vollſtandigere Beſchrei-bung hat der juͤngere Plinius in einem Brieff an Licinium Surram(Epilt. L. IV. e. 30.) Fons oritur in monte, per ſaxa decurrit, excipi-tur cœnatiuncula manu facta. Ibi paululüm retentus in Larium La-cum decidit. Hujus mira natura. Ter in die ſtatis auctibus, ac di-Minutionibus creſcit, decreſcitque. Cernitur id palàm,& cum ſum-ma voluptate deprehenditur. Juxta recumbis& veſceris: Atqueetiam ex ipſo Fonte(nam eſt frigidiflimus) potas : interim ille cer-dis qimenſisgue momentis vel ſubtrahitur vel aſſurgit. Annulumvel quid alidd ponis in ſiceo, alluitur ſenſim,& noviſſimè operitur:etegitur rurſus, paulatimque deſeritur. Si diutius obſerves, utrun-Je ſterum ac tertid videas. Es flieſſet ein Brunn von dem

erg/ all wo er entſpr ingt/ über die Selſen herab/ in ei-nen unteren mit Sleiß dahin gebauten Eß⸗Saal/ undvon dannen in den Chumer⸗See. Er iſt von wunder-ſamer 8 deme er zu dreyen verſchiedenenmahlen des Tags wachst/ und wiederum abnimmet.Man kan dieſer ſeltſamen Abenderung mit groſſer Luſtzuſehen/ dabey ſich niederlegen/ und ſpeiſen/ ſelbs auchguys dem Brunn/ der eiskalt/ trinken/ und in deſſenQ ij wahr-