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Der Kaffee in seinen Beziehungen zum Leben : für Haus und Familie und für Gebildete aller Stände / geschildert von Dr. Heinrich Boehnke-Reich
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laschender Schnelligkeit als Harnstoff wieder ausscheidet.Dieser schnellen Umsetzung verdanken Thee und Kaffee ihreharntreibende Wirkung, die das warme Wasser des Auf-gusses bedeutend unterstützt. Die Nieren ziehen den Harn-stoff an, mit dem das Caffeln das Blut beladet. ObgleichThee und Kaffee für sich nicht unverdaulich sind, so störensie doch leicht die Verdauung eiweißartiger Körper, die ihreGerbsäure aus Lösungen niederschlägt. Darum ist Milch inThee und Kaffee schwerer verdaulich, als wenn sie allein ge-trunken wird. Und nur schwarzer Kaffee ist wirklich imStande nach Tische die Verdauung zu fördern, indem er dieAbsonderung der lösenden Säfte vermehrt.

Als eigentliches Nahrungsmittel kann der Kaffee nichtbetrachtet werden; er betheiligt sich an der Ernährung nurdurch die Erregung der Nerventhätigkeit und durch die Ein-wirkung, welche die letztere auf die Functionen des Orga-nismus äußert. Er ersetzt gleichsam die Einflüsse, welchedem Organismus durch Mangel an Bewegung, Muskelan-strengung, freier Luft u. s. w. entzogen werden. Die Auf-fassung des Kafsee's als „Sparmittel", welches befähigt, miteiner geringen Menge von Nährstoffen auszukommen, isteinseitig und als leitender Grundsatz für die Ernährung,wie Reclam („Buch der vernünftigen Lebensweise") ihnfür Jäger, Soldaten u. s. w. aufstellt, mindestens gefährlich.

Wenn wir von der Wirkung des Kafsee's sprechen, someinen wir wirklich Kaffee, nicht die polizeiwidrige Cichorien-brühe, die sich den Namen „Kaffee" anmaßt und die späternoch abcapitelt werden wird. Oesterlen („Handbuch derHygieine") spricht sich darüber folgendermaßen aus:

Die Wirkungen des Kafsee's sind von seinen Freundenoft gar zu sehr bewundert, von seinen Gegnern vielfach insSchwarze gemalt worden. Daß aber der Kaffee für dieMeisten sehr angenehm und zugleich unschädlich sein müsse,erhellt schon aus seinem außerordentlich starken Verbrauche inallen Ländern der Erde, bei allen Ständen und Volksklassen,und selbst seine Gegner müssen zugeben, daß durch die Aus-